Buch XII: Mord auf "Sonnenstrahl" - Band IV

Hallo Meisterdetektive, ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Steven verschweigt die Zimmerdurchsuchung und lässt sich nichts über seine zusätzlichen Informationen anmerken. Was er in der Befragung herausfindet? Seht selbst:) ___________________________________ Als Steven den Speisesaal betrat, hatte er sich bereits entschieden, die Zimmerdurchsuchungen vorerst für sich zu behalten. Er wollte herausfinden, was die Verdächtigen von sich aus preisgeben würden. “Ich habe unsere gemeinsame Freundin gründlich untersucht.”, begrüßte er die Anwesenden. Sie sahen allesamt mitgenommen aus, aber erhoben sich augenblicklich aus den Sesseln am Kamin, als sie Steven eintreten sahen. “Was haben Sie herausgefunden, Monsieur?”, fragte Irelia mit bebender Stimme. “Nun ja”, setzte Steven an, “ich habe herausgefunden, dass Lady Karma mit einer sehr scharfen Klinge erstochen wurde und dass sie höchstwahrscheinlich auf der Stelle tot gewesen ist. Sie hatte also keine Schmerzen, auch wenn das nur ein schwacher Trost ist.” Niemand sagte darauf etwas, alle sahen sich betroffen an - auf der Suche nach der Antwort auf die eine Frage, die hier alle beschäftigte: Wer war für Karmas Tod verantwortlich? “Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Sie nun gern befragen und zwar einzeln.”, brach Steven schließlich das Schweigen. “Heißt das, Sie glauben einer von uns hätte sie ermordet?”, fragte Master Yi verunsichert. “Ich möchte Ihnen nicht verschweigen, dass ich glaube, der Mörder wäre hier im Raum. Wenn Sie allerdings unschuldig sind, dann betrachten Sie die Befragung eher als Weg um ihre Unschuld zu beweisen.”, beruhigte ihn Steven. Nachdem man sich geeinigt hatte, dass Steven mit jedem einzeln in den Meditationssaal gehen würde, während die anderen hier warteten, ging Akali als Erstes in die Befragung. Sie setzte sich auf ein Kissen - Steven gegenüber - und lächelte gequält. “Ich bin bereit. Also fragen Sie nur.” Steven räusperte sich und begann zu fragen: “Reden wir nicht lange drum herum. Beschreiben Sie mir einfach den Ablauf von dem Zeitpunkt an, als Sie Karma das letzte Mal gesehen haben.” Akali nickte knapp. “Also Karma ging nach dem Abendessen nach oben und ich wollte einen kleine Spaziergang über die Terrasse machen, auf dem Sie mich dann begleiteten. Mein Kleid bekam einen Fleck, weil Sie ihr Getränk verschütteten und wir gingen nach oben. Ich ging in mein Zimmer, um mich umzuziehen und dann habe ich Karma gefunden.” “Darf ich fragen, warum Sie überhaupt in Lady Karmas Zimmer gingen?”, fragte Steven sachlich nach. “Aber natürlich. Ich sollte wohl präziser sein. Ich ging in mein Zimmer, drehte das Wasser an der Wanne auf, um mein Kleid dann darin einzuweichen, damit der Fleck nicht eintrocknen würde. Danach durchsuchte ich meine Tasche und mir fiel auf, dass ich kein zweites Abendkleid mitgenommen hatte.” Dabei deutete sie auf ihr beflecktes Kleid, welches sie immer noch trug. “Also drehte ich das Wasser wieder ab und ging zu Karma hinüber, um sie zu fragen, ob sie mir ein Kleid leihen könnte.” Steven nickte. “Also wenn wir jetzt nach oben gehen würde, wäre ihre Wanne halb voll mit klarem Wasser?” “Ich weiß nicht, ob es ganz die Hälfte ist, aber klar wird es nicht sein, weil ich meine Rosenseife hineingegeben habe. Das ist mein Lieblingsduft. Das Wasser ist also rötlich.” Steven sah damit seine Entdeckungen in Akalis Zimmers erklärt- was nicht heißen musste, dass sie es nicht trotzdem getan haben könnte. Dann kam ihm noch weiterer Gedanke. Dieser Zettel mit der Aufforderung zu einem Treffen. “Könnten Sie mir noch ihre Adresse aufschreiben für den Priester, der später noch kommt?”. fragte Steven rasch und zückte Notizbuch und einen Stift. Akali notiert das Geforderte hastig, ohne nachzufragen. “Das genügt fürs Erste, meine Teuerste. Wir haben nicht viel Zeit. Würden Sie mir also nun Lady Irelia hereinschicken?” Irelia setzte sich nicht, als sie eingetreten war. Sie ging unruhig auf und ab und begann ihre Version zu erzählen: “Ich habe mich nach dem Essen noch mit Shen über seine Geisterwelterkenntnisse unterhalten und er erzählte mir, dass er vor Kurzem mit seinem toten Vater Kontakt aufgenommen hatte. Ich fand es furchtbar interessant und fragte ihn, ob es auch möglich wäre, meinen Vater zu finden. Er sagte, wir könnten es versuchen. Daraufhin gingen wir meditieren. Sie müssen wissen, mein Vater ist im Krieg gefallen und ich habe mich nie verabschieden können.” “Und haben Sie ihn gefunden?”, fragte Steven nun ebenfalls neugierig. “Ja. Shen stellte die Verbindung zur Geisterwelt her und wir suchten Vaters Seele in unserem alten Haus.” Tränen flossen über Irelias Wangen. “Und dort fanden wir ihn.” “Entschuldigen Sie die unsensible Frage, aber sie waren die ganze Zeit mit Shen zusammen?” “Nein, ich bat ihn uns ein paar Minuten allein zu lassen, damit ich mit meinem Vater sprechen konnte.”, antwortete sie schluchzend. “Halten Sie es für möglich, dass Shen in dieser Zeit zurückgekehrt sein könnte?” “Nein, ich denke nicht. Er hielt schließlich die Verbindung zwischen meinem Körper und meinem Geist aufrecht, aber ob es möglich ist, müssen sie ihn fragen. Ich habe ihn nur begleitet.” “Gut. Nur noch eine letzte Frage: Wenn ich ihr Zimmer durchsuchen wollte, wären Sie einverstanden?” Steven beobachtete Irelias Reaktion genau. Ein leichter Rotschimmer legte sich auf ihre Wangen, dann sagte sie: “Nein, ich habe nichts zu verbergen.” “Das freut mich zu hören. Könnten Sie mir noch ihre Adresse notieren für den Kriminalpriester?” Irelia schrieb ihre Anschrift unter die Akalis. “Lady Irelia hat mir erzählt, dass Sie beide einen Ausflug in die Geisterwelt unternommen haben. Können Sie mir berichten, wie es dazu kam?”, fragte Steven Shen, der sich soeben gesetzt hatte. “Ich erzählte ihr nach dem Abendessen, wie ich meinen Vater gefunden hatte und sie bat mich um eine Möglichkeit sich von ihrem eigenen Vater zu verabschieden. Also gingen wir in diesen Raum und ich brachte sie hinüber auf die andere Seite. Dort teleportieren wir uns zum Haus ihres Vaters - ein architektonisches Meisterwerk nebenbei bemerkt. In der Geisterwelt muss man nicht zwangsläufig laufen. Mauer und Gelände halten den Geist nicht auf. Man denkt an den Zielort und begibt sich dort hin.” “Wäre es möglich, dass Sie nach Karmas Geist suchen und sie nach ihrem Mörder befragen?”, fragte Steven skeptisch. “Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Ich werde es auf jeden Fall versuchen, aber ich weiß nicht, ob ihre Seele bereits dort angekommen ist.” “Versuchen Sie es auf jeden Fall. Halten Sie es für möglich, dass Lady Irelia die Geisterwelt verlassen haben könnte?” Shen dachte einen Moment darüber nach. “Nein ich glaube nicht. Sie kann zwar aus eigener Kraft ihren Geist in ihren Körper zurückschicken, aber sie hätte unmöglich von allein wieder in die Geisterwelt zurückkehren können. Es ist schwer vorstellbar, wenn man noch nicht selbst dort war. Vielleicht möchten Sie mich auf meiner Suche nach Karmas Geist begleiten und sich selbst von dieser Welt überzeugen? Dann könnte ich auch alle Fragen direkt beantworten.” Steven atmete tief durch, um seine Aufregung zu verbergen. Dann sagte er ruhig: “Ich denke darüber nach. Zuerst möchte ich Master Yi noch befragen, dann werde ich Ihnen Bescheid geben. Wenn Sie nun noch so freundlich wären, ihre Adresse für den Kriminalpriester aufzuschreiben und mir dann Master Yi zu schicken.” Steven betrachtete die drei verschiedenen Handschriften, während er auf Master Yi wartete. Keine von ihnen ähnelte der auf dem Zettel, den er gefunden hatte. Master Yi sah blass aus, als er vor Steven trat und bevor dieser die erste Frage stellen konnte, fiel Master Yi ihm ins Wort. “Hören Sie bitte, Monsieur. Ich weiß, Sie wollen nur Antworten finden, aber ich kann nicht darüber reden. Nicht hier. Bitte. Es geht dabei um etwas sehr Persönliches und es könnte sicher auch etwas länger dauern.” Master Yi redete schnell und leise auf Steven ein. Steven hob beide Hände. “Bitte beruhigen Sie sich und erzählen Sie mir in aller Ruhe, was hier vor sich geht.” “Ich kann nicht. Man könnte uns hören. Bitte verstehen Sie das. Ich bin bereit Ihnen alles zu erzählen, wenn Sie die anderen auf ihre Zimmer schicken und mich dann in meinem Zimmer aufsuchen.” “Sie wollen mir ihr Zimmer zeigen?”, hakte Steven nach. “Ja, aber das ist jetzt nicht so wichtig.” Steven musterte den verzweifelten Mann eindringlich. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass er so nichts aus Master Yi herausbekommen würde. “Nun gut. Ich überlege es mir. Wären Sie so freundlich, noch ihre Adresse zu notieren, bevor Sie nach draußen gehen. Sie können alle auf ihre Zimmer gehen, ich brauche noch einen Augenblick zum Nachdenken. Ich klopfe bei Ihnen, wenn ich noch etwas wissen möchte.” Nachdem Master Yi gegangen war, grübelte Steven noch etwas über die Erkenntnisse der Befragung nach. Dann fiel sein Blick auf die letzte Adresse auf seinem Notizblock. Auch diese Schrift passte nicht zu dem Zettel, aber Steven hielt trotzdem für einen Moment den Atem an. “Anwesen Sonnenstrahl”, stand dort geschrieben. Was sollte er nun tun? Mit Shen nach Karmas Seele suchen und sich die Geisterwelt zeigen lassen, oder zu Master Yi auf Zimmer gehen und erfahren, warum er hier wohnte und was er zu erzählen hatte? _____________________________________________ Die Befragung ist zu Ende. Was würdet ihr nun tun? Viel Spaß beim Rätseln und bis zum nächsten Mal. Eure Märchentante Wolverine
Teilen
Wertung Neu
Zur chronologischen Ansicht wechseln
Melden als:
Offensiv Spam Belästigung Falsches Forum
Abbrechen