Buch VII: Lieder und ihrer Geschichten - Band II -Teil I

Liebe Beschwörer! Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Es folgt der zweite Band des Liederbuches. Heute möchte ich euch den ersten Teil einer Geschichte zu “You’ll be in my heart” von Phil Collins erzählen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. _______________________________________________________________________ **Vayne will be in Sonas heart ** Sona betrachtete das weinende Mädchen am Fluss vom Fenster ihres Zimmers mit großem Bedauern. Die Sonne ging gerade unter und die Dämmerung setzte ein. Schon seit Stunden saß sie dort und schluchzte herzzerreißend und ebenso lang rang Sona schon mit sich selbst. Sollte sie sich hinausschleichen und das Mädchen trösten oder vielleicht doch lieber eine der Frauen hier im Waisenhaus alarmieren? Nach einer weiteren Sekunde des Zögerns fasste das stumme Mädchen einen Entschluss, hüpfte vom Fensterbrett und wollte gerade ihr Zimmer verlassen, als sie ihre Flöte auf dem kleinen Nachttischchen liegen sah. Sollte sie sie mitnehmen? Die Frauen im Waisenhaus hatten sie gewarnt, jemals vor Fremden ihre Instrumente zu spielen, denn die Magie die daraus hervorging, stand in Demacia unter höchster Strafe. Doch schließlich schlug sie alle Vorsicht in den Wind und steckte die Flöte kurzerhand ein. Anschließend ging sie auf Zehenspitzen durchs Haus. An der Tür angelangt zog sie den Ersatzschlüssel unter dem größten und staubigsten Hut auf der Garderobe hervor und versuchte so leise wie nur irgend möglich die Tür aufzuschließen. Noch bevor der Schall sich ausbreiten konnte, wusste Sona, dass das Schloss gleich knacken würde. Sie kniff die Augen zusammen, aber kein Geräusch drang an ihr Ohr. Come stop your crying It will be alright Verwundert aber dennoch erleichtert huschte sie nach Draußen und lief zügig auf das weinende Mädchen zu. Das Gras unter ihren Füßen fühlte sich immer noch warm und trocken an. Doch Sona bemerkte dieses angenehme Gefühl kaum. Bei der Fremden angekommen, blieb sie unschlüssig stehen, denn sie wusste nicht, wie sie sich bemerkbar machen sollte ohne das Mädchen zu erschrecken, welches Sonas Ankunft vor lauter Tränen nicht bemerkt hatte. Aus Mangel an besseren Einfällen klatsche sie schließlich sacht in die Hände und das fremde Mädchen sprang panisch auf. Sona hob beruhigend die Arme und lächelte schüchtern. Ihr Gegenüber schien sich etwas zu beruhigen und setzte sich wieder auf den Stein, auf dem sie bis eben gesessen hatte. Nach kurzem Zögern setzte sich Sona neben sie und bot ihr ein Taschentuch an. Das Mädchen trocknete damit ihre Tränen und sagte schließlich: “Mein Name ist Shauna und wie heißt du?” Sona deutete auf ihren Hals und schüttelte dann bedauernd den Kopf. Just take my hand And hold it tight “Du kannst nicht sprechen?”, fragte Shauna. Daraufhin nickte Sona bedrückt, weil sie nicht wusste, wie sie ihr ihren Namen mitteilen sollte, doch schließlich kam ihr eine Idee. Vorsichtig griff sie nach Shaunas Hand und malte langsam mit dem Zeigefinger ein “S” auf ihre Handfläche. Shauna nickte zum Zeichen, dass sie verstanden hatte. Nun zeichnete Sona auch noch das “O”, das “N” und das “A”. “Sona?”,fragte Shauna und der Ansatz eines Lächelns zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab. Sona nickte aufgeregt und lächelte zurück. Doch dann fiel ihr wieder ein, warum sie überhaupt nach draußen gegangen war. Sie deutete vorsichtig auf die Tränen auf Shaunas Wangen und sah sie dann fragend an. I will protect you From all around you Das dunkelhaarige Mädchen sah betrübt zu Boden und schwieg einige Minuten lang. Als sie zu erzählen begann, war ihre Stimme zerfressen von Kummer. Sie berichtete von einer Hexe, die ins Haus ihrer Eltern gekommen war und allesamt ermordet hatte. Mit jedem Satz wurde Sona das Herz schwerer und obwohl dieses Mädchen furchtbare Angst vor Magie haben musste, hatte Sona sich bereits entschieden ihr ihre Form davon zu zeigen. Sie sollte sehen, dass es nicht nur böse Magie gab, sondern auch Wärmende und Beschützende. Also zog sie ihre Flöte aus der Tasche, nachdem Shauna zu Ende gesprochen hatte, und spielte eine einfache Melodie. Vor ihrem inneren Auge zeichnete sich die Musik angenehm warm und grün ab. Auch Shauna musste diese Wirkung spüren, denn sie zuckte erschrocken zusammen und sah Sona mit riesigen angsterfüllten Augen an. Doch nur für einen Moment, denn in der nächsten Sekunde schien sie zu begreifen, dass die Musik sie wärmte und ihren Kummer linderte. Also schloss Shauna die Augen und ließ sich von der Melodie durchströmen. Als Sona endete, waren Shaunas Tränen versiegt und sie lächelte matt. “Danke.”, flüsterte sie. I will be here Don't you cry Sona griff erneut nach der Hand ihrer neuen Freundin und schrieb darauf: “Es ist schrecklich, was dir da passiert ist. Ich habe auch keine Familie.” Shauna sah sie einen Moment verständnisvoll an, dann antwortete sie. “Dann komm’ mit mir. Das Anwesen meiner Familie steht leer. Ich kann unmöglich allein zurückkehren. Meine… meine Eltern”, sie schluchzte, “haben sich vor meinen Augen aufgelöst.” Die Tränen flossen erneut über ihre Wangen und sie sah Sona flehend an. Diese nickte nur. Sie hatte sich im Waisenhaus nie zu hause gefühlt und nun hatte sie zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl gebraucht zu werden. Sie bedeutete Shauna mit einer Geste voranzugehen und legte dann die Flöte wieder an die Lippen. Solange der Schleier ihrer Musik sie umgab, würde niemand ihnen etwas anhaben können. For one so small, You seem so strong Den ganzen Weg zum Vayne-Anwesen hinauf, sprach Shauna kein einziges Wort. Sie schien wie in Trance von der zarten Melodie der Flöte und auf den letzten Metern legte sich sogar ein mattes Lächeln auf ihre Lippen. Sona war verwundert über die Stärke dieses Mädchen, die sie offenbar von Natur aus besaß, die aber erst durch ihre Musik ans Tageslicht getreten war. Ununterbrochen musterte sie ihre neugewonnene Freundin. Sie wirkte so klein und zerbrechlich, aber nicht einmal der Tod ihrer Eltern hatte sie brechen können. Auch auf Sonas Gesicht legte sich ein schwaches Lächeln. Sie würde für Shauna da sein und ihre Musik würde ihr die nötige Kraft geben, um weiterzumachen und stärker zu werden. My arms will hold you, Keep you safe and warm Als sie durch die gewaltige Eingangspforte eintraten, war es draußen schon dunkelste Nacht. Sona spürte, wie Shauna neben ihr zitterte. Es musste schrecklich sein, nach so kurzer Zeit an den Tatort zurückzukehren. Shauna deutete auf den Eingang zum Westflügel. “Dort ist es passiert.”, flüsterte sie. “Ich möchte dort nie wieder hingehen.” Sona nickte zustimmend und wandte sich instinktiv in die entgegengesetzte Richtung. Shauna erzählte ihr, während sie die Gänge entlang liefen, dass alle Angestellten geflohen waren und sie nicht glaubte, dass auch nur ein Einziger zurückkommen würde. Schließlich führte sie Sona in einen Salon, in dem ein großer Kamin noch schwach brannte. Einer der Diener musste wohl Feuer gemacht haben, bevor das Unglück am Morgen seinen Lauf genommen hatte. Shauna setzte sich mit angezogenen Knien auf eines der Sofas und nach kurzem Zögern ließ sich Sona neben ihr nieder. Sie spürte die Angst ihrer Freundin und wusste, was zu tun war. Sie hob erneut die Flöte an ihre Lippen und Shauna entspannte sich augenblicklich. Wenige Minuten später war sie an Sonas Schulter eingeschlafen. Sona spielte noch zwei weitere Lieder, um sicherzugehen, dass Shauna fest lief. Dann legte sie die Flöte beiseite und ihre Arme um die Schlafende. Wenige Augenblicke später war auch sie eingeschlafen. This bond between us Can't be broken In den nächsten Wochen wich Sona nicht von Shaunas Seite. Das Personal war einiger Tage nach dem Verbrechen zurückgekehrt und hatte der jetzigen Herrin des Hauses seinen Beistand versprochen. Die Geschäfte der Familie leiteten nun die ehemaligen Vertrauten des alten Vayne und somit war für das körperliche Wohl der beiden Mädchen gesorgt. Niemand hinterfragte weiter, warum Sona nun mit im Haus wohnte. Man nahm stillschweigend an, dass sie eine langjährige Freundin von Shauna war und sie sie nicht allein lassen wollte. Das sich Sona in Wahrheit um die seelische Stabilität ihrer Freundin kümmerte, in dem sie ihr auf der Flöte vorspielte, wusste niemand im Hause Vayne. So wuchs das Band der beiden Mädchen bis sie schließlich unzertrennlich wurden. I will be here Don't you cry Eines Abends streifte Sona auf der Suche nach Shauna durch die Gänge des Hauses. Schon seit Stunden war sie verschwunden und Sona beschlich allmählich der Verdacht, dass sie sich wahrscheinlich im Westflügel aufhalten musste. Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie diesen Ort nicht mehr betreten, aber Sona wusste nicht, wo sie sonst noch suchen sollte. Also eilte sie durch die Eingangshalle und schon als sie durch die große Eichentür getreten war, die den Westflügel vom Rest des Hauses trennte, konnte sie ein leises Schluchzen und Wimmern hören. Sona beschleunigte ihre Schritte weiter und fand schließlich Shauna in einem Salon kniend und mit tränenüberströmten Gesicht. Sofort setzte sie sich neben ihre Freundin und schloss sie in ihre Arme. Mit sanften Berührungen beruhigte sie diese, bis Shauna den Kopf hob und ihr direkt in die Augen sah. 'Cause you'll be in my heart Yes, you'll be in my heart “Sona”, flüsterte sie mit kratziger Stimme. Sie musste seit Stunden hier sitzen und weinen. “Ich habe eine Entscheidung getroffen.” Sona sah sie verblüfft an, nickte dann aber. “Ich möchte trainieren. Ich möchte kämpfen lernen. Bis ich gut genug bin, um diese Hexe zu jagen und meine Eltern zu rächen.” Auf Sonas Gesicht zeichneten sich Sorgenfalten ab. Sie griff nach Vaynes Hand und schrieb: “Das wird aber eine Weile dauern.” Shauna sah sie überrascht an. “Du versuchst nicht, es mir auszureden?” Sona lächelte matt und schrieb. “Was hätte das für einen Sinn? Ich weiß, dass du es tun musst und ich möchte dir helfen.” From this day on Now and forever more Auf Shaunas Gesicht zeichnete sich nun ebenfalls ein Lächeln ab und im nächsten Moment sprang sie auf die Beine. “Du kannst mir helfen. Deine Magie ist einzigartig.” Dabei streckte sie ihrer Freundin die Hand entgegen. Sona ergriff sie und ließ sich von Shauna auf die Füße ziehen. Dann schrieb sie ihr in die Hand: “Es wäre mir eine Ehre, dich zu unterstützen.” Shauna standen erneut die Tränen in den Augen und sie zog Sona in eine feste Umarmung. Als sie sie wieder losließ, sagte sie: “Danke, dass du auf mich aufpasst. Von heute an und für immer.” Sona streckte ihr die Zunge heraus, so wie sie es sich in der letzten Zeit angewöhnt hatte, wenn Shauna etwas ihrer Meinung nach zu Dramatisches sagte. Shauna lachte. “Dann lass’ uns gleich morgen anfangen.” You'll be in my heart No matter what they say Der oberste Hausdiener musterte die beiden Mädchen misstrauisch, aber kam dem Wunsch seiner Herrin natürlich nach, die Waffenkammer ihres Vater aufzuschließen. Nachdem er sich anschließend zurückgezogen hatte, erklärte Shauna ihrer Freundin die Eigenheiten der verschiedenen Waffen und deutete am Ende auf einen große dunkle Armbrust, die an der Wand gegenüber der Tür hing. “Das ist die Waffe meines Vaters gewesen. Alle sagten mir immer, dass sie zu schwer für eine Frau wäre. Aber das ist mir egal. Ich werde lernen mit ihr zu kämpfen und ich werde damit diese Hexe ein für alle Mal aufhalten.” Sona drückte die Hand ihrer Freundin und zeichnete dann mit den Fingern. “Bin dabei.” You'll be here in my heart Always ________________________________________________________________ So endet der erste Teil und ein neues Abenteuer beginnt. Bis zur zweiten Strophe:) Eure Märchentante Wolverine
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