Buch IX: Jeder kann ein Gentlemen werden - Band I

Liebe Beschwörer! Heute möchten wir euch wieder einladen, bei unserer Geschichts- und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. In der heutigen Geschichtsstunde beginnen wir eine weitere Geschichte, die über mehrere Ausgaben hinweg erzählt wird und von Gnar und Cho'Gath handelt, die den Club der Gentlemen gegründet haben. Macht es auch bequem, nehmt euch einen Tee und hört gut zu... “Was war das für ein Geräusch?” fragte Gnar, während er an seinem Kelch nippte. “Was denn? Ich habe nichts gehört. Beunruhigt Euch etwas, Gnar?” erwiderte Cho’Gath, der entspannt mit übereinander gefalteten Beinen in seinem Sessel saß und Pfeife rauchte. “Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, ein Krachen von draußen gehört zu haben. Aber vielleicht habe ich mich auch nur getäuscht. Verzeiht, dass ich euch nervös gemacht habe, werter Cho’.” “Nicht weiter tragisch. Noch etwas Wein? Euer Kelch ist leer, wie mir scheint.” “Ja, bitte” entgegnete Gnar und reichte seinem Freund seinen Kelch, sodass dieser ihm noch etwas Wein einschenken konnte. “Meinen verbindlichsten Dank.” Gnar lehnte sich in seinem Sessel zurück. Welch schöner Ort doch hier entstanden ist, dachte er sich. Die beste Gesellschaft, die man sich nur wünschen konnte und immer Ruhe und… Da war es schon wieder. “Habt ihr es jetzt gehört?” wandte sich Gnar an Cho’Gath. Dieser nickte und war bereits im Begriff aufzustehen. “Sehen wir nach, das Geräusch schien von draußen zu kommen.” Als sie aufstanden, sah Ezreal zu ihnen herüber. “Kann ich helfen?” “Wir haben draußen etwas gehört, was hier nicht ganz hin passt. Wir wollen nachsehen, wer uns hier in unserer Ruhe stört.” erklärte Gnar ihm. “Dann komme ich mit, man kann ja nie wissen.” Zu dritt begaben sie sich zur Tür und Gnar spähte nach draußen. “Seht ihr etwas?”, fragte ihn Cho’Gath, der sich neben ihm platziert hatte. “Ja, eine große Gestalt treibt sich am Tor herum und scheint Einlass zu begehren. Nur erwarten wir keine Gäste.” Gnar sah zu Cho’Gath, in der Hoffnung, er wüsste einen Rat. “Nun, dann lasst uns doch nachsehen, wer so rabiat EInlass wünscht.” Gnar griff sich seinen Stock und setzte sich seinen Hut auf, dann reichte er Cho’Gath seinen Hut zu und öffnete die Tür. Gemeinsam traten die drei aus dem Club heraus auf den von Bäumen gesäumten Weg zum Eingangstor. Schon als sie einen Schritt getan hatten, regte sich die Gestalt am Tor und schickte sich an, zu verschwinden. “Halt, stehen bleiben!” rief Cho’Gath dem Fremden zu, doch dieser machte keine Anstalten, stehen zu bleiben. Ezreal nutze die Macht seines Handschuhs und tauchte vor dem Tor wieder auf. “Ihr wurdet gebeten, stehen zu bleiben. Kommt dem nach, oder ich muss handgreiflich werden.” Die Gestalt stoppte in seiner Bewegung und drehte sich um. “Gragas!” rief Ezreal erstaunt. “Was tut ihr hier? Sicher nichts als Narretei!” “Ich war eben auf der Suche, nach was zum Saufen, klar? Und euer Schuppen sieht aus, als würde man dort was kriegen.” Mittlerweile waren auch Gnar und Cho’Gath am Tor angekommen und öffneten es, damit Ezreal wieder herein kommen konnte. “Ihr könnt nicht einfach herkommen und unser Eingangstor ramponieren, nur weil ihr euren Durst stillen wollt. Dies hier ist der Club der Gentlemen, da hat ein Vandale wie ihr nichts verloren.” “Ach, halts Maul.”, sagte Gragas verärgert und ging bedrohlich auf den kleinen Gnar zu. Dieser spitzte nur die weißen Ohren und sagte: “Ich verbitte mir diesen Ton. Kommt mir nicht näher.” Die blauen Augen funkelten für einen Moment rot und Gnar senkte rasch den Blick. “Du kleine Ratte sagst mir nicht, was ich tun soll.”, stammelte Gragas wütend und streckte die Hände nach Gnar aus. Cho’Gath hatte die Wut in den Augen seines Freundes aufblitzen sehen und wollte vortreten, aber Ezreal hielt ihn zurück. “Er schafft das. Er arbeitet schon solange an sich und ist ein wahrer Gentleman geworden.” Cho’Gath nickte widerwillig. Er wusste nur zu gut, wie sehr Gnar mit seinem Aggressionsproblem zu kämpfen hatte. Doch er sollte darauf vertrauen, dass er es schaffen würde. Gragas stand nun direkt vor Gnar und sah feindselig auf ihn herab. “Ich warne dich kein zweites Mal.”, sagte Gnar leise. Dabei tippte er sich kurz an den Hut und schob diesen dann nach oben um Gragas aus großen glühenden Augen anzufunkeln. Dieser zuckte kurz zurück und holte dann zum Schlag aus. Geschickt wisch Gnar aus, sprang leichtfüßig in die Luft und schaltete den Rüpel mit einem gezielten Hieb mit seinem Stock auf den Kopf aus. Das Glühen in seinen Augen war verschwunden, nun leuchteten sie wieder eisblau. “Guter Schlag”, lobte Ezreal, während Cho’Gath den Bewusstlosen vorsichtig hochhob und Richtung Haus ging. “Ich hätte ihn nicht schlagen dürfen.”, rang Gnar mit sich selbst. “Er hat dich angegriffen. Wir sind Gentlemen, keine Pazifisten. Wir können uns verteidigen, wenn es sein muss. Nur benutzen wir Gewalt nicht zum Lösen von Problemen. Unsere eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst.”,versuchte Cho’Gath ihn zu beruhigen. Im Haus angekommen legten sie Gragas auf eines der bequemen Sofas und Ezreal eilte davon, um einen kühlen Lappen zu holen. Währenddessen erklärte Cho’Gath den anderen was vorgefallen war. Nachdem er geendet hatte, fragte Vi: “Und was habt ihr nun mit ihm vor? Er kann unmöglich einer von uns werden.” Cho’Gath nahm den Zylinder ab. “In jedem steckt ein Gentlemen, Teuerste. Aber manchmal braucht es ein wenig Hilfe um dies zu erkennen. Sagt bitte den anderen, dass sie herunter in den Salon kommen sollen. Ich möchte nicht, dass er auf dumme Gedanken kommt, wenn er aufwacht.” Während Vi fortging um die anderen zu suchen und Ezreal Gragas zu wecken versuchte, ging Cho’Gath hinüber zum Kamin, wo Gnar leicht zitternd in seinem Sessel saß und an einem Tee nippte. “Ist alles in Ordnung, mein Freund?”, fragte er einfühlsam. Gnar schüttelte den Kopf. “Man konnte es deutlich sehen, nicht wahr?” Cho’Gath setzte sich um sein Zögern zu überspielen und etwas Zeit zu gewinnen, dann nickte er schließlich. Gnar seufzte. “Es war erstaunlich knapp. Nach all der Zeit sollte man meinen, ich könne es endlich kontrollieren, aber kaum bin ich einmal nicht auf der Hut, kommt das Monster zum Vorschein.” Cho’Gath sah ihn mitfühlend an. “Ihr seid kein Monster, weder jetzt noch wenn ihr euch verwandelt. Ihr kamt vor vielen Jahren zu mir, um Selbstbeherrschung zu lernen und heute seid ihr einer der großartigsten Gentlemen, die ich kenne und Mitbegründer dieses Clubs.” Gnar lächelte matt. “Aber werden sie uns… mir noch folgen, wenn sie sehen, was ich bin?” “Jeder hier weiß davon und alle unterstützen euch.” “Ja, aber sie haben es auch noch nie gesehen. Sie wissen nicht, zu was ich werden kann. Zu etwas, das nicht einmal ihr unter Kontrolle bringen könntet.” Cho’Gath lachte. “Ich könnte es. Ich könnte es ganz sicher, wenn ich dem Hunger in mir nachgeben würde. Diesen bekämpfe ich seit Jahren, wie ihr euren Zorn. Ihr seid nicht allein.” Gerade als Gnar darauf etwas erwidern wollte, unterbrach das benommene Gemurmel hinter ihnen ihre Unterhaltung. Das war es mit der heutigen Geschichtsstunde, wir hoffen, es hat euch gefallen. Wenn ihr wissen möchtet, wie die Geschichte um Gnar, Cho'Gath, den Club der Gentlemen und Gragas weitergeht, dann schaut gerne zu einem späteren Zeitpunkt wieder bei uns vorbei. Wir freuen uns auf euch und wünschen euch bis dahin einen schönen Tag, Eure Märchenfee Wolverine Euer Geschichtenerzähler Markishi
Teilen
Wertung Neu
Zur chronologischen Ansicht wechseln
Melden als:
Offensiv Spam Belästigung Falsches Forum
Abbrechen