Buch X: Jhin - Band I

Liebe Beschwörer! Ich möchte euch einladen, bei unserer heutigen Geschichts - und Märchenstunde anwesend zu sein. Heute gibt es eine besondere Geschichte, denn sie handelt von einem Mann, den die einen als Genie und die anderen als Wahnsinnigen bezeichnen. manche nennen ihn sogar einen Dämon oder den Teufel. Doch er selbst sieht sich als Künstler, der den Menschen besondere Kunstwerke bietet, die sie so schnell nicht vergessen werden. Nehmt euch einen Tee, macht es euch gemütlich, und ich erzähle euch die Geschichte eines seiner Werke, welches in mehrere Akte unterteilt ist... Akt I Das Bankett der Reichen und Schönen Das Essen wurde gerade von den Dienern hereingebracht und auf der langen Tafel verteilt. Eine prächtige Feier, die sogar die sonst so erbittert gegeneinander kämpfenden Noxianer und Demacianer hier versammelt hatte. Zumindest die adlige Elite, der Pöbel war auf einer solchen Feier nicht erwünscht. Selbst die Diener waren die Besten, die alle Länder zu bieten hatten. Jedes Jahr warteten die Adligen einer jeden Nation darauf, eine Einladung zu bekommen, doch die meisten kamen nicht in den Genuss dieser exklusiven Feste. Doch sie war eine von den wenigen Auserwählten. Sie, Lady Camia Ramani, war eine der wenigen Eingeladenen, die nicht aus einer Regierung, dem Handelswesen oder einer anderen einflussreichen Position kam. Sie agierte lieber im Hintergrund, große Aufmerksamkeit lag ihr nicht. Doch trotz all dem hatten alle, die hier auf dieser Feier waren, schon einmal mit ihr zu tun gehabt, ob sie es wussten oder nicht. Jeder von ihnen hier sparte gerne Geld, wo es nur ging, und irgendwann trat man dann an sie heran. Nur auf Empfehlung gab es Termine bei ihr, damit auch nur die etwas von ihr wussten, die es sollten. Die sie zu ließ. Nur die Wenigsten erkannten sie, zeigte sie doch nie ihr Gesicht bei einem ihrer “Geschäfte”. Die Sicherheit ging in einem solchen Gewerbe vor, denn jegliche Regierung hätte ihren Kopf nur zu gerne rollen sehen, da sie für massive Steuerverluste verantwortlich war. Aber das machte ihr nichts aus, im Gegenteil, sie genoss es sogar. Der Nervenkitzel, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, weil niemand ihr Gesicht kannte, aber alle sie jagten. Sie sah sich um. Ja, der Großteil der Gäste hatte Geld bei ihr. Und die, die es nicht hatten, waren Regierungsbeamte, die sie nur zu gerne verhaften würden. Und doch saß sie hier, inmitten all dieser Leute, und niemand außer dem Gastgeber wusste, wer sie war. Anderen gegenüber gab sie sich immer als eine Händlerin aus, die die exotischsten Waren handelte. Durch ihren Einfluss konnte sie diese Lüge sogar perfekt aufrechterhalten, da sie jederzeit an Güter kam, die man eigentlich niemals kaufen könnte. Niemand hier kannte sie. Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und genoss die Feier. Als ein Diener kam und sie nach mehr Wein fragte, nahm sie ihm gleich die ganze Flasche ab. Das Leben war gut. Das große Anwesen, in dem die Feier stattfand, lag auf einer Anhöhe weit entfernt von Städten oder Siedlungen. Wunderbar. Es würde lange dauern, bis jemand herausfinden würde, was er heute Abend für einen Auftritt darbieten würde. Auch wenn er nur ein Ziel hatte, so waren seine Auftraggeber sehr vage, was die anderen Leben betraf. Er würde genug Materialien für ein großartiges Kunstwerk haben. Schon vor Tagen hatte er alles vorbereitet. Seine Ausrüstung war auf dem Gelände versteckt und verschiedene Verkleidungen lagen bereit, die ihm Zugang in jeden Bereich ermöglichten. Sie fühlten sich so sicher hinter ihren Mauern und mit all den Soldaten. Doch hatten sie es noch nicht mit ihm zu tun gehabt. Jhin lächelte und setzte seine Maske auf. Ein letztes Mal streichelte er behutsam über Whisper, ehe er die Waffe unter seinem Umhang versteckte. Es konnte los gehen. Langsamen Schrittes näherte er sich dem schweren, gusseisernen Tor, dass das Anwesen vom Rest der Welt trennte. Vom Pöbel, wie nicht weniger als die Hälfte der Leute auf der Feier sagen würden. Sie fühlten sich erhaben, besser als die Menschen, die weniger Glück hatten als sie. Doch waren sie die schlimmste Sorte von allen. Die, die andere ausbeuteten, fühlten sich besser als die Ausgebeuteten. Ein Witz, wenn auch ein sehr morbider, schließlich waren die, die sich besser fühlten ja dafür verantwortlich, dass es den Ausgebeuteten so schlecht ging. Aber eines hatten diese Menschen inne, was dem Pöbel fehlte: Das Interesse der anderen. Was sie auch taten, sie wurden beachtet. Ob nun in Ehrfurcht oder in Hass, aber sie wurden beachtet. Und genau das würde die Grundlage für sein heutiges Meisterwerk bilden. Beachtung. Ein Künstler, der nicht beachtet wird, hat versagt. Daher gab es viel zu tun, um die Beachtung zu finden, die er so gerne genoss. Es würde ein großartiges Kunstwerk. Die Feier wurde etwas leiser, da das Orchester, natürlich das Beste, was Valoran zu bieten hatte, aufgehört hatte zu spielen. Lediglich an Flügel und Harfe spielten zwei Jünglinge, um das Essen nicht so trostlos zu gestalten, wie es eigentlich war. Ja, es waren teure Speisen, auch hübsch verpackt und drapiert. Doch die Gespräche, die dabei entstanden, waren so langweilig, wie die meisten Geschäfte, die diese Leute abgewickelten. Oder es war Speichelleckerei, damit man beim nächsten Einkauf einen besseren Preis bekam. Ermüdend. Gut, dass sie das Ganze nur als Fassade nutzte. Diesen ganzen Gesprächen zuhörend malte sie sich aus, wie es wohl wäre, wenn sie wirklich eine Händlerin wäre. Langweilig. Nein, ihr “Beruf” war viel spannender, alleine gegen den Rest der Welt. “Und, was tun sie hier auf dieser Feier?” Was wohl, feiern, dachte sie. Sie drehte sich um und sah ihrem Nachbarn in die Augen. EIn schmieriger Typ, fettiges Haar, teurer Anzug, wie eine Vogelscheuche, die man schön verpackt hat. “Nun, ich genieße die Feier.” entgegnete sie mit einem verschärft freundlichen Ton. “Zumindest versuche ich es.” “Und, klappt es? Amüsieren sie sich?” “Bis sie mich angesprochen haben, ja.” Entgeistert und mit einem unverständlichen Gemurmel drehte sich der Mann wieder weg. Trostlos war die Feier. Trostlos und noch dazu mit schleimigen Typen, die sie anmachen wollten. Der Abend könnte nicht viel schlechter werden. Was tut man nicht alles fürs Geschäft. Das war es mit unserer heutigen Geschichte. Jhin trifft am Ort des Geschehens ein und macht sich langsam ans Werk. Wenn ihr wissen möchtet, wie es weitergeht, dann lade ich euch ein, auch bei der nächste Geschichts - und Märchenstunde anwesend zu sein! Ich freue mich auf euch und wünsche euch noch einen schönen Tag. Euer Geschichtenerzähler Markishi
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