Buch V: Die Abenteuer von Professor Hektor la Chilleus und Doktor Dosnar Gleenac - Band II

Liebe Beschwörer! Wir möchten euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Heute erzählen wir euch, wie es mit unseren beiden Freunden in der Shurimanischen Wüste weitergeht. Wie ihr euch vielleicht erinnert, befinden sich die beiden zu Forschungszwecken an einer Ruine, als sich in der Ferne eine größere Gruppe Söldner nähert. _______________________________________________________________ Dosnar lachte und trat hinaus ins Sonnenlicht. Dort verging ihm das Lachen allerdings auf einen Schlag, als er sich den gezückten Krummsäbeln zweier äußert grimmig drein blickenden Söldner gegenüber sah. Hastig hob er die Hände über den Kopf um zu zeigen, dass es keinen Grund gab ihn aufzuschlitzen. Der größere der beiden Männer sagte etwas, dass Dosnar als einen Dialekt der Wüstennomaden erkannte. Wie war das noch gleich gewesen mit dieser Sprache? Panik machte sich in ihm breit, seine Zunge klebte trocken an seinen Gaumen. Schließlich stammelte er die Worte für ‘friedlich’ und ‘unbewaffnet’ in einem halbwegs vernünftigen Shurimanisch. Der Schweiß rann ihm über die Stirn, teils aus Angst, teils wegen der Hitze. Er wollte noch nicht sterben, nicht jetzt, nicht hier. “Was haben Sie?” fragte Hektor, sich über seinen Kollegen wundernd. Um zu sehen, was passiert war, trat er aus dem Gebäude heraus, ebenfalls direkt vor die Krummsäbel der Söldner. “Oh, äh. Das haben Sie.” Der große Söldner trat auf Hektor zu und bedrohte ihn mit seinem Säbel. Ehe Hektor verstand, was er wollte- nämlich dass er seine Hände erhob- hatte der Söldner ihn schon zu Boden geworfen. Schnell fasste sich Hektor wieder und entschuldigte sich in der alten shurimanischen Sprache bei dem Söldner. Langsam aber sicher entfernte sich der Krummsäbel von Hektors Hals. Der kleine Söldner deutete Dosnar an, sich in Bewegung zu setzen, der Große sah Hektor nur an. Er wusste, was man von ihm wollte. Aufstehen und hinterher laufen. “Sie wollen uns doch nicht umbringen?” fragte Hektor, jetzt mit ein wenig Panik in der Stimme. Die Söldner jedoch knurrten nur , und Hektor spürte die Säbelspitze an seinem Rücken. Vielleicht hätten sie doch fliehen sollen, dachte er bei sich. “Beruhigen Sie sich. Wenn Sie uns hätten töten sollen, dann wären wir schon tot. Unser Schicksal liegt jetzt wahrscheinlich in den Händen dieser Adligen.”, wisperte Dosnar dem schräg hinter ihm laufenden Hektor zu. Im Nachhinein betrachtet war dies ein recht tollkühnes Unterfangen, denn der kleinere Mann bemerkte seine Worte und hielt es - wahrscheinlich aus mangelndem Verständnis - für einen Fluchtplan. Daher zögerte er nicht lange,packte Dosnar an der Schulter, riss ihn zu sich herum und schlug ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Dosnar wurde für einen kurzen Moment schwarz vor Augen und er drohte in die Knie zu gehen. Er hatte noch nie viel aushalten können, weder physisch noch psychisch, aber jetzt durfte er nicht ohnmächtig werden, denn sonst würde man ihn wahrscheinlich keinerlei Chance geben sich vor dieser Lady zu rechtfertigen. Also kämpfte er gegen die Dunkelheit an und hielt sich dadurch schwankend auf den Füßen. Eigentlich hätte er einen Schluck Wasser benötigt, wagte aber weder danach zu fragen, noch in seiner Tasche nach seinem Trinkschlauch zu greifen. Schließlich könnte ihn das diesmal tatsächlich das Leben kosten. Die beiden Söldner führten Dosnar und Hektor den kleinen Hügel hinauf, auf dem sie eben noch geschaut hatten, ob ihnen Unheil drohte oder nicht. Oben angekommen sahen sie, dass die Gruppe noch nicht angekommen war. Offenbar wurden die zwei Söldner vorausgeschickt, um das Gebiet auszukundschaften. Als die Gruppe sie sah, wurden zwei weitere Söldner losgeschickt, ihnen entgegen zu laufen. Offenbar gingen sie kein Risiko ein, dachte sich Hektor. Man deutete ihnen an, sich wieder in Bewegung zu setzen. Jetzt hing alles davon ab, ob die noxianische Adlige ihnen glaubte, dass sie keine Gefahr waren, oder nicht. Eine Ewigkeit standen die vier Männer im Sand und beobachteten wie sich die Prozession der Adligen näherte. Dosnars Zunge wurde mit jedem Moment, der verstrich, trockener. Warum hatte er auf einmal so einen Durst? War es die Hitze oder die Todesangst, die sein Verlangen nach Wasser hervorgebracht hatte? Er konnte es nicht sagen. Die Zeit verging quälend langsam. Er hatte den Blick gesenkt um sein Gesicht vor der gnadenlosen Sonne zu schützen.Gerade als er dachte, er würde es keinen Moment länger mehr aushalten aufrecht zu stehen, durchschnitt eine kräftige weibliche Stimme die Stille. “Lon’Mar, Lan, wen habt ihr denn da gefunden?”, fragte die Frau, die sie schon zuvor als Söldnerprinzessin Sivir erkannt hatten. Der größere der beiden Männer antwortete: “Sie haben sich gleich neben dem Hügel versteckt, wo Lan sie gesehen hatte. Sie können aber unsere Sprache nicht wirklich.” Das war nun aber zu viel des Guten. Er sprach Shurimanisch beinahe fließend und Hektor sprach es sogar noch besser als er. Nur weil man kein Wort herausbrachte, wenn man fast von einem Säbel aufgeschlitzt wurde, hieß das noch lange nicht, dass man die Sprache nicht beherrschte. “Das ist nicht ganz richtig.”, würgte Dosnar trotz seiner vertrockneten Zunge hervor, “Wir sind Professor Hektor la Chilleus und Doktor Dosnar Gleenac von der Universität in Piltover und hier, um archäologische Forschung zu betreiben.” Sivir runzelte die Stirn. “Forscher also. Die könnten uns nützlich sein.”, dabei sah sie die Noxianerin von der Seite an, als erwarte sie ihre Meinung dazu zu hören. Diese stieg von ihrem Pferd herab und trat auf die beiden zu. Dicht hinter ihr standen ihre Leibwächter. “Forscher? Ich habe eure Namen noch nirgends gehört, daher könnt ihr nicht besonders erfolgreich gewesen sein, was? Vermutlich streunt ihr deshalb hier in der Wüste herum, weil euch an der Akademie niemand braucht?” Die Adlige lachte und betrachtete die beiden mit scharfem Blick. “Aber erfolgreich hin oder her, ihr haltet mich auf, und das lasse ich nicht zu. Wachen!” “Ja, Herrin?” Ihre Leibwachen zückten ihre Schwerter. “Wir haben ein Problem, also schafft es aus der Welt.” “Herrin.” Die Frau drehte sich um, während ihre Wachen auf Hektor und Dosnar zukamen, die Schwerter bereit. Plötzlich stellte sich Sivir vor die beiden und die Wachen hielten inne. “Cassiopeia.” Scharf durchschnitt dieses Wort die Luft. Die Adlige drehte sich ruckartig um. “Wie hast du mich genannt? Für dich, Bandit, bin ich Lady Du Couteau. Hast du mich verstanden? Geh’ aus dem Weg, damit wir die beiden los sind und weiter können.” “Nein. Wir können sie gut gebrauchen. Selbst wenn es keine bekannten Forscher sind, so dürften sie doch mehr über diese Wüste wissen als womöglich alle von euren Leuten zusammen.” Sivir blickte in die Runde der noxianischen Soldaten, einige von ihnen schnaubten verächtlich. “Willst du damit sagen, das wir dumm sind, Bandit?” Die Frau, die sie nun als Cassiopeia Du Couteau kannten, schritt auf Sivir zu. “Was hat das zu bedeuten, Sivir? Wofür bezahle ich dich und deinen Haufen Strauchdiebe? Das du mir irgendwelche “Forscher” aufliest und mich bittest sie mit zu nehmen? Geh aus dem Weg.” Die letzten Worte sagte sie betont und mit kurzer Pause. Sie sah ziemlich zornig aus, und Hektor fürchtete, dass ihnen jederzeit ihr Ende drohte. “Nein.” sagte Sivir erneut. “Ich will euch weder aufhalten noch sagen, dass ihr oder eure Männer dumm seid. Trotz all dem scheinen sie sich hier auszukennen und das reicht mir als Grund, sie am Leben zu lassen und sie mitzunehmen. Und wenn ihr sie später immer noch loswerden wollt, ist mir das gleich. Aber ich glaube sie könnten hilfreich sein beim Aufspüren von Fallen.” Lady Du Couteau schien sich etwas zu beruhigen. “Kanonenfutter also? Meinetwegen. Aber wenn sich diese Entscheidung als Fehler herausstellt, Sivir, dann bist du es, die als Kanonenfutter endet. Männer, fesselt die beiden und bindet sie an ein Pferd. Sie laufen. Und jetzt Bewegung!” Dosnar atmete erleichtert auf. Es waren durchaus keine guten Aussichten für Hektor und ihn, aber zumindest vorerst keine Tödlichen. Widerstandslos ließ er sich also neben Hektor an das Pferd von einem von Sivirs Männern binden. Das kräftige Tier würde zweifellos in der Lage sein sie beide hinter sich durch den Sand zu ziehen, falls sie nicht mehr in der Lage sein würden zu laufen. Dies hätte höchstwahrscheinlich einen qualvollen und langsamen Tod zur Folge. “Hektor, ist mit Ihnen alles in Ordnung?”, flüsterte er seinem alten Freund zu. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnten, war noch ein Streit untereinander, deshalb hielt Dosnar es für ratsam die alte Höflichkeit so gut es eben ging beizubehalten. Hektor seufzte. Schon wieder sein Vorname. Aber sich jetzt darüber Gedanken zu machen… nein, es brauchte vermutlich jede Kraft, die er noch hatte. Er seufzte noch einmal und brachte ein kurzes “Ja” heraus. Sicher, Dosnar hatte sich mehr erhofft, als dieses Ja, aber sei es drum. Hektor sah sich um. Hier waren sie nun. Vor kurzem noch voller Vorfreude die alten Ruinen untersuchend, waren sie nun an ein Söldnerpferd gefesselt, und mussten jeden Moment um ihr Leben fürchten. Ihr Leben, welches nun von den Launen dieser Adligen abhing. Und ihre Laune schien sehr schlecht zu sein. Wenigstens hatte Sivir sie gerettet. Naja, mehr oder weniger. Die Frage, ob diese Situation hier besser war als es kurz und schmerzlos hinter sich zu haben, blieb. Hätten sie doch nur auf ihre Kollegen an der Akademie gehört und wenigstens ein, zwei Wachen mit genommen. Hektor sah zu Dosnar. Was dachte er jetzt wohl? Dosnar wollte sich aus Gewohnheit gegen die Nase tippen, weil ihm das in seinem Leben bisher immer beim Nachdenken geholfen hatte. Doch dank seiner Fesseln wurde daraus nichts. “Haben Sie eine Idee, was wir tun sollten?”, flüsterte er leise zu seinem Partner. Hoffentlich fiel Hektor mehr ein, als ihm gerade, sonst wären sie wohl verloren. Dieser schüttelte langsam den Kopf. “Ich fürchte, wir müssen abwarten, was sie mit uns tun.” krächzte Hektor. Er hustete. Einer der Söldner sah zu ihm herüber. “Was?” fragte er harsch. “Könnte ich etwas zu trinken bekommen? Mein Hals ist ganz trocken und ich kann kaum sprechen.” Hektor hatte sichtlich mühe, diesen Satz einigermaßen verständlich auszudrücken. Der Söldner beschleunigte seinen Schritt und lief neben Hektor. “Von uns kriegt ihr nichts, wir haben kaum etwas.” Hektor sah zu seiner Tasche, die man auf das Pferd gelegt hatte. “Dort drinnen… Ich habe etwas Wasser. Bitte.” “Was ist los?” rief Sivir plötzlich. Der Söldner ging zu ihrem Pferd und unterhielt sich kurz mit ihr. Als er zurückkam, nahm er sich Hektors Tasche und kramte daraus Hektors Trinkschlauch. “Sivir sagt, ihr könnt trinken. Aber ich rate euch, nicht alles zu verbrauchen. Bis wir unser Wasser wieder auffüllen können, wird es noch dauern.” Er hielt Hektor den Trinkschlauch an den Mund und dieser nahm gierig ein paar große Schlucke. Nachdem Hektor getrunken hatte, trank auch Dosnar etwas. “Danke.” sagte Hektor leise und Dosnar nickte zustimmend. Nachdem sich der Söldner wieder entfernt hatte, sah Hektor zu Dosnar. “Zumindest Sivir scheint uns einigermaßen freundlich gesinnt zu sein. Sie lässt uns trinken, also will sie nicht, dass wir leiden. Wir sollten uns an sie halten.” “Ausnahmsweise bin ich vollkommen ihrer Meinung,Professor. ” Dosnars Gedanken wurden dank des Wassers wieder klarer. Er begann die Umgebung und die Sonne aufmerksam zu beobachten und wurde schließlich kreidebleich. Aufgeregt flüsterte er Hektor zu: “Wir müssen etwas unternehmen. Schauen Sie doch in welche Richtung wir laufen. Die Felsen, der Sonnenstand - in diesem Gebiet sind in den letzten Jahren immer wieder Kollegen verschwunden. Die alten Legenden berichten von einer schrecklichen Kreatur, die seit dem Untergang Shurimas den Westen der Ruine bewachte. Wir müssen uns unbedingt von Osten nähern.” “Ihr habt recht, werter Kollege.” Hektors Stimme krächzte noch etwas, aber dank des Wasser konnte er wieder klarer sprechen. “Wir müssen ihnen das verständlich machen. Aber ob sie auf uns hören?” Hektor zuckte mit den Schultern und sah zu Donsar herüber. Er schien genauso wenig zu wissen, ob sie ihnen vertrauten, wie er. Was sollten sie tun? Wenn sie ihnen nicht glaubten, was dann? Und überhaupt: Würden sie ihnen vertrauen? Schließlich könnten Sivirs Söldner denken, dass Hektor und Dosnar ihnen eine Falle stellen wollten. Aber sie konnten es nicht drauf ankommen lassen. Lieber jetzt sterben, weil ihnen niemand vertraute, als der Bestie zu begegnen. “Hey!” rief Hektor zu dem Söldner, der ihnen Wasser gegeben hatte. Er sah auf. “Was willst du?” fragte er harsch. “Wir können nicht in diese Richtung weiter gehen. Hier treibt ein Monster sein Unwesen. Das wäre Selbstmord. Wir müssen von Osten her auf euer Ziel zu, nicht von dieser Seite.” Der Söldner sah zuerst etwas verwirrt aus, dann schien er zu überlegen. “Bitte, glauben sie uns. Hier sind in den letzten Jahren immer wieder Kollegen von der Akademie verschwunden, auch wenn sie Leibwächter dabei hatten. Sie kamen her, um die Ruinen in diesem Teil der Wüste zu erforschen, aber kehrten nie zurück.” Der Söldner überlegte immer noch, sah aber offenbar ein, dass es zumindest erwähnenswert war, und lief voraus, um Sivir einzuholen. Dosnar atmete auf. “Das haben Sie gut gemacht, Herr Professor.”, lobte er seinen Kollegen. “Vielleicht glaubt uns die Söldnerprinzessin und wir können das Schlimmste abwenden.” Kurze Zeit später kam der Krieger mit Sivir zurück. “Man sagte mir, ihr beiden hättet Informationen über dieses Gebiet. Heraus mit der Sprache.”, verlangte sie scharf. “Die Forschungen berichten von einer gewaltigen Kreatur, die alles und jeden verschlingt. Wir wissen nicht, was es genau ist. Der einzige Bericht, der über dieses Wesen existiert, besagt, dass es sich durch den Sand bewegt und schnell und präzise angreift. Nur dieses eine Mal wurde es bisher beobachtet und das von Osten aus. Der Westen ist gefährlich. Von dort ist noch niemand zurückgekehrt. Bitte glauben Sie uns.” Sivir schien zu überlegen. Sie murmelte etwas Unverständliches zu dem Söldner und dieser sah sie etwas panisch an. “Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Dieser Kreatur zu begegnen, sollte sie sich denn hier aufhalten, oder Cassiopeia zu erklären, dass wir mehr Zeit brauchen werden, da wir von der anderen Seite her zur Ruine müssen. Ihr zwei. “Sivir zeigte auf Dosnar und Hektor. “ Ihr werdet es erklären. Und ihr solltet besser überzeugend sein. Sonst wird diese Kreatur eure geringste Sorge sein.” Sie schien sich etwas zu beruhigen. “Ich… ich will euch einen Rat geben. Zollt Cassiopeia Respekt. Auch wenn ihr vielleicht meint, sie verdiene es nicht. Je weniger sie sich aufregt, desto besser für uns alle. Nur leider regt sie sich schnell auf. Also los, erklärt es ihr. Binde sie los.” Sivir nickte zu ihren Söldner herüber, welcher immer noch etwas panisch drein sah, aber gehorchte und die das Seil, welches Dosnar und Hektor am Pferd festhielt, los machte. “Keine schnelle Bewegungen.” raunte er ihnen zu, und deutete ihnen an, in Cassiopeias Richtung zu gehen. Mit Bedacht näherten sich die beiden Gelehrten der noxischen Adligen. Als sie schließlich direkt vor ihr standen, räusperte sich Dosnar verlegen und begann zu sprechen: “Milady, wir bitte vielmals um Entschuldigung, sie mit einem solchen Thema belästigen zu müssen..” Weiter kam er nicht, denn die Cassiopeia schnitt ihm das Wort ab. “Ihr beide schon wieder. Was wollt ihr?” Dosnar wisch bei diesem harschen Ton instinktiv einen Schritt zurück, dann sammelte er sich wieder und begann erneut zu erklären. “Wir möchten euch darüber informieren, dass laut Forschungen unserer Universität in diesem Gebiet ein furchtbare Bestie lebt, durch die wir in den letzten Jahren viele gute Wissenschaftler verloren haben. Natürlich hatten diese keine so gut ausgestattetes Truppe an Söldnern”, er warf dem Krieger hinter sich einen raschen Seitenblick zu, “bei sich, aber wir sind langsamer als Einzelpersonen und würden euch - natürlich vorausgesetzt ihr seid einverstanden - den Weg von Osten zu dieser Ruine empfehlen.” Cassiopeia funkelte ihn wütend an. “Ihr wagt es mir einen Weg vorzuschlagen, durch den sich mein strikter Plan verzögert?” Dosnar antwortete ihr kleinlaut: “Ja, weil wir das Ziel wahrscheinlich nicht erreichen, wenn wir von Westen her eintreffen.” “Soll das eine Drohung sein?”, erwiderte die Dame zunehmend gereizt. Dosnar warf Hektor einen hilfesuchenden Seitenblick zu und fügte eilig hinzu: “Wir würden uns niemals erdreisten ihnen zu drohnen, Milady. Bitte verzeiht, falls wir unhöflich oder respektlos waren. Dies war keinesfalls unsere Absicht.” Cassiopeia stieg von ihrem Pferd ab und baute sich vor Dosnar und Hektor auf, ihre Leibwachen direkt hinter ihr mit der Hand am Schwert. “Ihr wollt mir Honig ums Maul schmieren, was? Wollt mir extra den langen Weg empfehlen, damit ihr noch irgendetwas planen könnt. Ihr kommt hier nicht weg, was auch immer ihr vorhabt. Wir gehen den Weg, den ich sage. Ich lasse mir von niemandem meine Pläne durchkreuzen, schon gar nicht von solchen Würmern wie euch. Unbedeutende Wissenschaftler! Wer hat euch überhaupt los gebunden? Ihr solltet ganz hinten sein und hinter meinen Pferden im Staub hergezogen werden, stattdessen taucht ihr einfach hier auf. Was ist hier los?!” Mittlerweile bebte sie am ganzen Körper. Zornig funkelte sie den Söldner an, der Dosnar und Hektor losgebunden hatte. Dieser wich einen Schritt zurück und sagte leise: “Sivir sagte, ich solle sie losmachen, damit sie euch sagen können, was sie uns gesagt haben.” Cassiopeia lachte spitz auf, fast wahnsinnig vor Zorn. “Sivir. Sivir. Natürlich war sie es. Dieses mal habe ich genug!” Mit hastigen Schritten ging sie in Sivirs Richtung. Es schien, als hätte Sivir dies erwartet, und sie nahm gleich eine Kampfhaltung ein. “Du! Was habe ich dir gesagt? Du hast nichts zu melden, so lange ich es dir nicht befehle. Was glaubst du wer du bist?” Cassiopeia musterte Sivir von oben bis unten, ihre Hand wanderte langsam zu ihrem Dolch. “Ich bin Sivir, Söldnerprinzessin und beheimatet in dieser Wüste. Im Gegensatz zu euch kenne ich mich hier aus, deswegen habt ihr mich angeheuert. Und eben weil ich mich hier auskenne, weiß ich, dass die beiden Recht haben könnten. Aus diesem Grund habe ich sie zu euch geschickt. Natürlich müsst ihr ihnen nicht glauben, niemand hat das erwartet. Aber wenn sie Recht haben, und diese Bestie wirklich hier haust, dann habt ihr uns alle in den Tod geschickt.” Sivir antwortete ruhig und gelassen, und warf einen Blick auf ihre Söldner. Diese schien die Aussage, dass Cassiopeia sie in den Tod schicken könnte, nicht zu gefallen. Schnell versammelte sich Cassiopeias Leibgarde um ihre Herrin. Sivir lachte höhnisch. “Nun versteckt ihr euch hinter euren Wachen. Seid Ihr wirklich so arrogant oder einfach nur so dumm, dass euch nicht einmal der Gedanke gekommen ist, wir könnten uns mitten in der Wüste gegen euch wenden, wenn ihr euch allzu sehr im Ton vergreift?” Cassiopeia hob das Kinn und straffte die Schultern, doch ihre Gesichtsfarbe war nun deutlich blasser. “Nun gut. Ich habe einen Vorschlag. Wir geben einem unserer Gelehrten”, sie deutete verächtlich auf Hektor und Dosnar, “ ein Pferd und lassen ihn die Gegend auskundschaften und behalten den anderen als Geisel. Kommt er in den nächsten drei Stunden zurück und hat Beweise für ein Monster, so glaube ich ihm. Kommt er nicht zurück, führt uns der andere ebenfalls diese Route entlang.” Sie grinste nun höhnisch. “Und sollten wir auf dem Weg keine Leiche finden, dann schneiden wir dem Zweiten am Ziel die Kehle durch. Das sollte den Ersten an der Flucht hindern?” Sivir setzte einen skeptischen Blick auf. “Sollten wir nicht auch den anderen Weg nehmen, wenn der Erste nicht zurückkommt?” Cassiopeia schüttelte den Kopf. “Nein. Er würde fliehen, wenn er dadurch seinem Freund den längeren Weg garantieren könnte.” Dosnar protestierte. “Wir sind seit Jahren Kollegen. Wir würden den anderen niemals im Stich lassen.” Cassiopeia sah ihn scharf an. “Aber natürlich. Ich setze lieber auf Kontrolle als auf Vertrauen. Also wer von euch beiden bringt mir den Beweis für die angebliche Bestie?” “Ich tue es.” sagte Hektor ruhig. _________________________________________________________________________________ Und damit geht eine weitere Märchenstunde zu Ende und unsere Helden stehen vor einem neuen Problem. Besucht uns doch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal, wenn ihr mehr erfahren wollt. Bis dahin wünschen wir euch noch einen schönen Abend, und wir hoffen, euch hat unsere Geschichte gefallen. Eure Märchenfee Wolverine Euer Geschichtenerzähler Markishi Weiter zum [nächsten Teil](https://boards.euw.leagueoflegends.com/de/c/community-kunstwerke/c2w2tALi-buch-v-die-abenteuer-von-professor-hektor-la-chilleus-und-doktor-dosnar-gleenac-band-iii) :)
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