Buch VIII: Die Abenteuer des Malcolm Graves

Liebe Beschwörer! Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, die ich nicht selbst für euch niedergeschrieben habe. Sie stammt von einem legendären Krieger Runeterras, der leider nicht die Zeit hat, euch von eben dieser Geschichte persönlich zu erzählen. Darum lasst mich euch seinen letzten Brief vorlesen. Hallo meine Wolverine, ich habe für dich und deine Leser eine neue spannende Geschichte gefunden. Aber lies selbst: _______________________________________________________________________ Es war ein staubtrockener Tag in Zhaun. Graves wanderte auf den komplett ausgetrockneten Straßen auf der Suche nach einer Taverne durch die Gegend. Er trug wie immer seinen roten Mantel und hatte seine geliebte Schrotflinte dabei. Diese war allerdings vor einigen Tagen bei einem Gemetzel mit ein paar Banditen ordentlich beschädigt worden. Auch Graves selbst hatte einiges abbekommen. Seine linke Gesichtshälfte war verbrannt und sein Ohr war zerfetzt worden. Dadurch hatte er Schwierigkeiten sich zu orientieren. Hinzu kam, dass ihm die ganze Zeit aus einer pochenden Wunde Blut ins Auge lief. Einer der Banditen hatte versucht, ihn mit einem Stein niederzustrecken. Mittlerweile war Graves ein gutes Stück vorangekommen und erblickte sogar schon das Schild der Taverne “Zum Ochsen”. Diese Taverne war der Ort, an dem er damals das Licht der Welt erblickt hatte. Die Milchflasche, mit der er damals von seinen Eltern zurückgelassen worden war, trug er immer bei sich. Auch wenn ihm diese nicht wirklich gefiel, war sie dennoch seine einzige Verbindung zu seinen Eltern. Diese waren - so sagte man ihm - Linda und Esakil Graves gewesen, beide im ganzen Ort für ihre Ruchlosigkeit und Grausamkeit bekannt. Er hingegen war ein Betrüger und Hochstapler, der versuchte, mit allen Mitteln jedes Spiel zu gewinnen. Brutalität vermied er grundsätzlich so lang wie nur irgend möglich. Vor einiger Zeit lernte er einen ebensolchen Burschen bei einem Kartenspiel kennen. Beide hatten vier Asse aufgedeckt und beschlossen daraufhin, sich miteinander zu verbünden. Das war nun neun Monate her. Graves schleppte sich in die Taverne, ließ sich auf einen Hocker plumpsen und bestellte bei dem Wirt ein Bier. Dieses ließ man ihm relativ schnell zukommen. Das willkommene Getränk betäubte seine Schmerzen für eine Weile und ließ ihn durchatmen. Nachdem er das Bier ausgetrunken hatte, fiel ihm schnell wieder ein, warum er eigentlich hergekommen war und er fragte nach einem Doktor und einem Zimmer für die Nacht. Der Wirt schilderte ihm den Weg zu einem seiner Zimmer im oberen Stock und versprach, sobald wie möglich einen Arzt zuschicken. Graves schleppte sich die Treppe hinauf und stand schließlich vor einer massiven Holztür. Vollkommen erschöpft lehnte er sich für einen Moment dagegen und versuchte vergeblich Kräfte zu sammeln, bevor er die Tür mit dem Schlüssel öffnete, den er vom Wirt erhalten hatte. Er betrat den kleinen Raum und hängte seine Sachen an einen Haken. Seine Schrotflinte stellte er neben das Bett, auf welchem er sich niederließ. Nach ein paar Minuten klopfte es an der Tür und ein großer, dunkelhaariger Mann, der wohl der Doktor sein musste, betrat den Raum. Er sah Graves mit einem Kopfschütteln an, sagte jedoch nichts. Nach einer guten halben Stunde hatte er Graves fertig verarztet und jede seiner Verletzungen in Bandagen gehüllt. Der Arzt verließ den Raum mit einem gegrummelten ,,Auf Wiedersehen”. Graves schloß die Tür hinter seinem Gast zu und legte sich wieder aufs Bett, auf dem er augenblicklich einschlief. Auf einmal schreckte er aus seinem Schlaf hoch. War da nicht eben ein Geräusch gewesen? Ein Geräusch, dass ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ. Sein Atem stockte und er konnte nur noch Umrisse erkennen. Er sah wie die Tür aufgestoßen wurde und ein Hüne den Raum betrat. Bevor er auch nur reagieren konnte, wurde er von einer schnellen Bewegung außer Gefecht gesetzt und verlor das Bewusstsein. Ein ledriger Gestank, der auf eine unangenehme Weise in der Nase brannte, erweckte Graves schließlich wieder aus seiner Ohnmacht und er schlug die Augen auf. Über sich sah er eine Decke aus Holz. Er erkannte, dass man ihn mit Händen und Füßen auf ein Bett gefesselt hatte. Dieses schwankte von links nach rechts, woraus Graves schloss, dass er sich auf einem Schiff befinden musste. Gegen die Fesseln ankämpfend versuchte sich erfolglos aufzusetzen. Doch noch bevor er dieses Unterfangen als aussichtslos einstufen konnte, spürte er kalten Stahl an seiner Kehle. Ein Tropfen Blut rann über die Schneide und er stechender Schmerz durchfuhr seinen Hals. Graves schreckte alarmiert zurück und erkannte entsetzt, dass es sich bei seinem Gegenüber um den gleichen Hünen handelte, der in sein Zimmer eingebrochen war und ihn offenbar auch entführt hatte. “Wo bin ich hier?”, fauchte Graves ihn an und bereute es im gleichen Augenblick, da seine Verletzungen heftig gegen die Anspannung seiner Muskeln protestierten. “Das hat dich nicht zu kümmern”, erwiderte der Fremde und begann zu grinsen, “Schlaf lieber noch etwas.” Daraufhin schlug er mit dem Knauf seiner Waffe kräftig zu und um Graves herum wurde wieder alles schwarz. Ein paar Stunden später kam er wieder zu sich und fand sich an eine Wand gekettet in einem kalten, nassen Keller wieder. Diese ständigen Ortswechseln machten ihm allmählich zu schaffen. Aber offenbar war das Bett auf dem Schiff nur eine Übergangs- oder Transportlösung gewesen und wahrscheinlich hatte man nicht damit gerechnet, dass er dort bereits wieder erwachen würde. Müde schüttelte er den Kopf. Jede Sehne seines Körpers begann bei dieser Bewegung zu schreien und er rang nach Luft, was ihm jedoch ebenfalls schwer fiel. Scheinbar hatte man ihm mehrere Rippen gebrochen und seinen ohnehin schon verletzten Körper in einen noch erbärmlicheren Zustand gebracht, als er es ohnehin schon gewesen war. Graves’ Blick schweifte durch den Raum und er blinzelte mehrfach um seine verklebten Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen - ohne Erfolg. Auch nach mehreren Minuten schien es seinem Blick unmöglich die anhaltende Finsternis zu durchdringen. Nach einiger Zeit schwang eine Holztür knarrend auf und er hörte schwere Schritte die Treppe hinunter kommen. Auf einmal vernahm er einen dumpfen Knall und lauschte einem Fluch. Dann stand die Person mit einer Laterne in der Hand plötzlich vor ihm. Graves erkannte ein Gesicht. Er kannte diese Person, doch sein benommener Zustand machte es ihm unmöglich genauer zu ergründen woher. Was wollte man von ihm? Und warum zur Hölle war er hier? Das Gesicht begann zu sprechen. Es war eine Stimme, die Graves sofort wiedererkannte. Sie gehörte seinem alten Freund Twisted Fate. Graves vernahm zwar die Worte, konnte sie aber nicht verstehen. Für ihn war alles nur verworrener und unklarer geworden. Warum hatte Tobias ihn entführen lassen? Warum hatte er ihn nicht einfach aufgesucht, sondern den Hünen geschickt? Diese Fragen schärften Graves’ Verstand. Er musste hören, was Twisted Fate ihm zu sagen hatte. Anstrengend lauschend schaffte er es die Worte in sein Hirn vordringen zu lassen und sie zu einer Information zu verschmelzen. Sein alter Freund wollte ihn verraten. “Es tut mir leid, dass es so kommen musste, Bruder.”, sagte Tobias leise. Graves spuckte trotz der Schmerzen vor ihm auf den Boden. “Bruder”, knurrte er leise. Twisted Fate begann zu lächeln. “Ja Bruder. Ich habe mich noch nie einem Menschen so verbunden gefühlt wie dir und genau darum bist du eine Bedrohung. Ich bin der größte Trickbetrüger aller Zeiten und die noxische Regierung hat ein ordentliches Kopfgeld auf dich ausgesetzt. Wie könnte ich mir das entgehen lassen?” Graves sah entsetzt zu wie sein alter Freund einen Dolch aus seinem Umhang hervorzog. “Wirst du mich töten?”, fragte er frei heraus. Tobias lachte nur. “Nein, nicht heute. Nicht hier. Ich sorge lediglich dafür, dass deine Wunden nicht verheilen und du uns bis zur Auslieferung keinen Ärger machst.” Mit diesen Worten stieß er die kalte Klinge tief in die bis dahin nur langsam verheilende Wunde an Graves’ Taille. _____________________________________________________ Leider habe ich zwischen meinen eigenen Abenteuer nur wenig Zeit dir zu schreiben. Ich melde mich bald wieder. morna Ainu So damit endet eine weitere Geschichts- und Märchenstunde. Ich hoffe es hat euch mal wieder gefallen. Eure Märchenfee Wolverine
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