Buch V: Die Abenteuer von Professor Hektor la Chilleus und Doktor Dosnar Gleenac - Band IV

Liebe Beschwörer! Wir möchten euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Heute hat uns eine Nachricht über das Befinden unserer zwei Forscher erreicht, aber lest selbst:) ___________________________________________________________ Als er die Ruine verlassen hatte, zischte etwas an seinem Kopf vorbei und das Pferd bäumte sich auf. Hektor hatte Mühe, sich auf dem Tier zu halten und versuchte, es wieder zu beruhigen. Als das Pferd einigermaßen still stand, sah er sich um. Vor ihm im Sand steckte ein Pfeil. Als Hektor hinter sich sah, erblickte er die drei Banditen, die er zuvor aus der Ruine verjagt hatte. Einer von ihnen zielte mit seinem Bogen auf Hektor und die anderen beiden rannten mit gezogenen Schwertern auf ihn zu. Verdammt, dachte Hektor, sie müssen beobachtet haben, wo der “Sandgräber” verschwunden ist und bemerkt haben, dass ich sie reingelegt habe. “Bleib gefälligst stehen, du hinterhältiger Strolch!” rief der Größere der beiden. “Wir haben gesehen, wie du dir den Sand abgewaschen und die Kleider abgelegt hast. Du hast uns nicht ohne Folgen reingelegt! Wenn wir mit dir fertig sind, habe ich eine neue Zahnkette!” Hektor gab seinem Pferd die Sporen. “Lauf!”, rief er dem Tier zu. Das Pferd wieherte kurz und für einen Augenblick befürchtete Hektor, das arme Tier würde zusammenbrechen. Doch dann setzte es sich ruckartig in Bewegung und rannte, mit einem panisch nach hinten sehenden Hektor, wieder in die Richtung, in der das Lager liegen musste. Ein weiterer Pfeil sauste an Hektors Kopf vorbei, so knapp, dass er den Windhauch spüren konnte. Der nächste Schuss würde ihn treffen, schließlich gab er ein leichtes Ziel ab. Ein Reiter inmitten endloser Wüste, die einzigen Versteckmöglichkeiten lagen hinter Hektor, nämlich die Ruine, aus der er kam. Im Stillen machte Hektor ein Gebet. Er fürchtete jederzeit den Pfeil, der seinen Körper durchbohren und seinem Leben ein Ende bereiten würde. Plötzlich blieb das Pferd stehen, so ruckartig, dass Hektor beinahe vorne über gefallen war. “Was hast du?”, schrie Hektor panisch. Er versuchte, das Tier zum Weiterlaufen zu bringen, jedoch erfolglos. Die Banditen kamen immer näher, gleich hatten sie ihn eingeholt. Der größere schwang sein Schwert im Kreis über dem Kopf, bereit, es auf Hektor niederfahren zu lassen. “Hast du eingesehen, dass dir weglaufen nichts bringt?” brüllte er, rasend vor Zorn. Die Banditen kreisten Hektor ein und funkelten ihn aus wutentbrannten Augen an. Der Kleinere hieb nach Hektor, doch der konnte gerade noch ausweichen. Sie lachten Hektor höhnisch aus. Das war es. Er war der Spielball dieser Banditen geworden und er brauchte keine Gnade zu erwarten. Wieso war das Pferd stehen geblieben? Er hätte es geschafft, sie hätten es geschafft. Jetzt würden sie Hektor töten und das Pferd mitnehmen. Das arme Tier würde sich vermutlich an den Lasten der Beute der Banditen zu Tode tragen. Hektor machte sich bereit, in dem Wissen, dass sein Ende gekommen war. Ein letztes Mal wollte er das Pferd streicheln, dass ihn bis hierher gebracht hatte, als ihm auffiel, dass das Tier am ganzen Körper zitterte. Immer mehr, bis es sich fast zu einem Beben entwickelt hatte. Ängstlich fing das Pferd an, auf der Stelle zu laufen. Die Banditen lachten lauter und verspotteten Hektor weiter. Doch dann bemerkte Hektor, das nicht nur das Pferd zitterte. Er war selbst am beben, und die Banditen schienen es ebenso zu sein. Langsam schien es auch der Kleinere der beiden zu bemerken und sah seinen Freund an. Dieser hatte offenbar noch nichts gemerkt und kreiste weiter um Hektor. Plötzlich ertönte ein leises Grummeln, welches von überall her zu kommen schien. Jetzt blieb auch der Größere der beiden Kerle stehen und sah sich um. Er rief nach dem Bogenschützen und dieser kam herbei gelaufen. Hektor wurde panisch und fragte, ohne eine Antwort zu erwarten: “Was passiert hier?” Der Kleinere der Banditen schrie kreischend: “Zeig dich! Was auch immer du bist!” und schlug währenddessen mit seinem Schwert durch die Luft, als wäre etwas Unsichtbares vor ihm. Der Bogenschütze war inzwischen fast bei ihnen, als er schrie: “Die Erde. Ein Erdbeben.” “Unsinn!”, erwiderte der Große. “Hier hat es noch nie Erdbeben gegeben. Konzentriert euch. Wir strecken unseren Freund hier nieder, krallen uns sein Pferd und machen uns hier weg. Soll doch kommen, was will.” Er kam wieder auf Hektor zu, bereit, ihm den Kopf abzuschlagen. In dem Moment, in dem der Bandit zuschlagen wollte, krachte es unter ihnen und an einigen Stellen brach der Boden auf, sodass riesige Löcher entstanden. Taumelnd versuchte sich der Bandit auf den Füßen zu halten, während der Kleinere panisch schreiend weglief. “Bleib hier, du Feigling!” warf ihm der Größere hinterher, doch ohne Erfolg. “Was zum Teufel passiert hier?” Der große Kerl sah sich nach seinem Freund mit dem Bogen um. Dieser versuchte panisch, den Löchern, die sich überall auftaten, zu entkommen. “Hilf mir!”, rief er dem Großen zu. Gerade, als dieser sich in Bewegung setzen wollte, brach mit einem ohrenbetäubenden Knall ein riesiges Wesen aus dem Wüstenboden hervor und verschlang den Bogenschützen. Dieser schrie in Todesangst und schlug um sich, jedoch verschlang das Monster ihn in einem Stück. Der große Bandit rannte auf das Wesen zu und schlug auf es ein. Hektor versuchte panisch, das Pferd zum Weiterlaufen zu bewegen. “Lauf endlich! Bitte, lauf! Mach schon! Hüa!” und endlich setzte sich das Tier wieder in Bewegung. So schnell, dass es bei den ersten Schritten fast hinfiel, sich aber gerade noch so auf den Beinen halten konnte. Das war das Monster. Das war es, was unsere Kollegen von der Akademie gemeint hatten. Hektor warf einen Blick zurück. Das Monster war riesig, dabei war gerade nur der Kopf zu sehen. Es muss jetzt schon größer als die Akademie sein, lief es Hektor panisch durch den Kopf. Das Ding war eine Art Insekt, nur hunderte Male größer, als alles, was Hektor bis dahin gesehen oder gehört hatte. Die riesigen Kiefer würden alles zermalmen, was sie zu fressen bekamen. “Lauf, bitte, lauf schneller!“, trieb er das Pferd an und streichelte es, mehr panisch als liebevoll, aber in der Hoffnung, das Tier würde einfach so weit laufen, dass sie das Monster nicht mehr verfolgen würde. Hinter sich konnte Hektor noch hören, wie der Bandit verzweifelt versuchte, gegen dieses Untier zu kämpfen. Der Schrei des Banditen ließ Hektor erstarren, kurz darauf war ein Krachen zu hören. Der Bandit hatte verloren und war nun Futter für dieses Ding geworden. Jetzt hoffte Hektor, dass er bereits weit genug weg war, damit das Monster einfach verschwinden würde. Doch er hatte sich getäuscht. Der Boden fing wieder an zu beben, und Hektor spürte, dass es näher kam. Wenigstens rannte dieses Mal das Pferd einfach weiter. Hektor meinte, dass sich das Beben langsam etwas entfernte. Vermutlich nur durch meine Angst, schoss es ihm durch den Kopf. Doch auch das Pferd schien sich etwas zu beruhigen. Es rannte zwar immer noch so schnell es konnte, aber Hektor merkte, dass es nicht mehr ganz so verkrampft war. Plötzlich tauchte links in seinem Blickfeld eine Reihe riesiger, blau-lilaner Stacheln aus dem Sand auf. Immer höher stiegen sie, bis schließlich der Körper dieses Monsters auftauchte. mit einer unglaublichen Geschwindigkeit grub es sich durch den Wüstenboden. Doch anders als erwartet entfernte es sich von Hektor. Vielleicht ist es satt, hoffte Hektor. Vielleicht spielte das Monster auch mit ihm, schließlich konnte es Hektor jederzeit fressen. Hektor lenkte das Pferd nach rechts, nur weg von diesem Ding. Währenddessen sank der Körper des Monstrums immer weiter in den Sand zurück, bis er ganz verschwunden war. Doch plötzlich brach es an der Stelle, wo es zuvor verschwunden war, mit seinem Kopf zuerst aus dem Boden wieder hervor. Immer mehr von dem Monster kam nun zum Vorschein. Es hatte sechs riesige krallenbesetzte Klauen und war größer, als alles, was Hektor je zuvor gesehen hatte. Mitten in der Luft stieß es einen ohrenbetäubenden Schrei aus, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ, und verschwand. Hektor wurde schwarz vor Augen und er sank bewusstlos auf dem Pferd zusammen, welches immer noch um sein Leben rannte . Dosnar beobachtete sorgenvoll den Horizont, an dem sich schon seit mehreren Minuten eine gewaltige Staubwolke auftürmte. So ein Phänomen hatte er bis heute noch nie beobachtet und es bereitete ihm Kopfzerbrechen. Was, wenn nicht das Monster, könnte so viel Sand auf einmal aufwirbeln? Nach Hektors Aufbruch war es ihm untersagt worden zu sprechen. Man hatte ihn erneut gefesselt und diesmal an Sivirs Pferd gebunden. Müde und erschöpft trottete er schweigend durch den Sand. Cassiopeia hatte sich trotz all seiner Bemühung nicht davon abbringen lassen, weiterhin der gefährlichen Route zu folgen. Kaum war Hektor außer Sicht gewesen, hatte sie Dosnar verspottet. “Da siehst du wie viel ihm eure Freundschaft wert ist.”, hallten ihre Worte in seinem Kopf nach. Aber Hektor würde ihn nicht im Stich lassen, daran musste er einfach glauben. Doch diese Staubwolke? Was hatte es nur damit auf sich? Nach einigen weiteren Minuten des Grübelns fiel ihm einfach keine andere Erklärung ein, als dass etwas Riesiges da draußen auf sie zu kam. Er atmete einmal tief durch und erhob dann seine Stimme: “Lady Sivir, ich möchte euch nicht belästigen, aber ich glaube, da kommt etwas auf uns zu.” Sivir wandte sich mit sorgenvollem Gesicht zu ihm um. Scheinbar hatte sie es auch bereits bemerkt und sie war nicht die Einzige. Gerade als Sivir den Mund öffnete, um ihm zu antworten, durchschnitt eine wütende Frauenstimme die Luft. “Was hat das zu bedeuten?”, schrie Cassiopeia, während sie auf ihrem Pferd auf sie zu trabte. Dosnar nahm noch einmal all seinen Mut zusammen und fiel vor der Edeldame auf die Knie. “Bitte Madame, ich glaube die Bestie kommt direkt auf uns zu. In meiner Tasche ist ein Fernglas. Lasst mich doch bitte nachsehen. So können wir am schnellsten feststellen, ob es eine Gefahr für uns darstellt.” “Du wagst es, mir Befehle zu erteilen?”, fauchte sie ihn an. Sivir konnte wohl nicht mehr an sich halten. “Er hat euch nur eine Möglichkeit aufgezeigt. Glaubt ihr wirklich, er wüsste nicht, dass ihm eine Unverschämtheit den Kopf kosten könnte?” Cassiopeia funkelte sie böse an, beruhigte sich dann aber ein wenig, und sagte gemäßigt: “Nun gut. Sieh nach.” Mit zitternden und zusammengebundenen Händen gestaltete es sich schwierig das Fernglas hervorzuholen, doch nach einigen Sekunden hatte er es dennoch geschafft. Vorsichtig hob er es an die Augen. Für einen Moment stockte ihm der Atem, als er zwei große lila-blaue Schnuppen im Sand erkannte und für den Bruchteil einer Sekunde auch eine Art Klaue. Das konnte nur das Ungeheuer sein. Doch dann erkannte er das Pferd. Ein gehetztes altes Tier, das in Panik floh. “Hektor.”, rief er reflexartig. “Er ist direkt vor ihm. Seht doch selbst.” Er streckte Cassiopeia das Fernglas entgegen. Sie ignorierte es. “Dann lasst uns hier verschwinden, während dein Freund es ablenkt.”, sagte sie kalt und wendete ihr Pferd. Dosnar war sprachlos über diese Art von Herzlosigkeit. Verzweifelt wandte er sich an Sivir. “Bitte Lady Sivir. Er hat sein Leben riskiert, um eures vor der Bestie zu schützen. Ich kann nicht daneben stehen, während er umgebracht wird.” Sivir biss sich auf die Unterlippe. Offenbar konnte sie seine Gründe gut nachvollziehen. Schließlich zückte sie einen kleines Wurfmesser und mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung durchtrennte sie seine Fesseln. Verwunderte über diese schnelle Wendung der Dinge, starrte Dosnar sie an. Sie hingegen streckte ihm die Hand entgegen, bereit ihn hinter sich aufs Pferd zu ziehen. Zögerlich ergriff Dosnar ihre Hand und kaum saß er hinter ihr, ging alles sehr schnell. Das Pferd galoppierte an und Dosnar wäre beinahe wieder heruntergefallen, da er durch den Mangel an bedeckter Haut Sivirs nicht wusste, wo er sich festhalten sollte. Schließlich war er trotz allem immer noch ein Gentleman und würde niemals einer ihm zum Großteil unbekannten Frau einfach so auf die nackte Taille fassen. Also klammerte er sich so gut es eben ging am Sattel des Pferdes fest ohne dabei Sivir zu berühren. Nachdem er einen einigermaßen stabilen Sitz zustande gebracht hatte, fiel ihm auf, dass sie Hektor beinahe erreicht hatten. Da stimmte doch etwas nicht. Hektor schien auf seinem Pferd zu liegen. “Dieses Pferd wird dem Ungeheuer nicht mehr lange entkommen.”, stellte Sivir beim Anblick des alten Tieres fest. “Doktor Gleenac, Sie müssen abspringen und ihrem Freund helfen. Ich versuche das Biest wegzulocken.” Ohne sein Einverständnis abzuwarten, gab sie Dosnar einen Stoß und er fiel sanfter als erwartet in den Sand. Sivir schoss indessen an Hektor und seinem Pferd vorbei und direkt auf das Monster zu. Mit einem unheimlichen Brüllen bemerkte das Geschöpf die neue Beute und wechselte den Fokus. In weitem Bogen führte Sivir die Kreatur weg von den beiden Männern. Dosnar rannte währenddessen auf seinen Kameraden zu. “Professor.”, rief er laut und befürchtete schon das Schlimmste. Etwas harsch stoppte er schließlich das Pferd, welches sich augenblicklich aufbäumte und seinen Freund aus dem Sattel gleiten ließ. Dosnar ließ das Pferd sofort los und eilte zu ihm. Er fiel neben dessen leblosen Körper in den Sand und schluchzte panisch. “Wachen Sie auf, Professor.”, schrie er ihn beinahe an. Doch nichts geschah. “Sie, alter sturer Bock, das können Sie mir doch jetzt nicht antun.”, begann er zu schimpfen. “Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben.” Wütend schlug er mit beiden Händen auf den Sand. Dann wandte er sich wieder seinem Kollegen zu. Vorsichtig tastete Dosnar nach dem Puls und zuckte aufgeregt zusammen. Da war er, fast nicht spürbar, aber dennoch vorhanden. Ein Herzschlag. Erleichtert atmete er auf. Hektor war also am Leben, ohnmächtig zwar, aber trotz allem nicht tot. Alle Anspannung fiel von ihm ab und er ließ sich auf die Erde fallen, so dass der Sand nur so aufstob. In all seiner Erleichterung bemerkte er gar nicht, dass Sivir nach ihm rief. Erst viel zu spät drang ihre Stimme in sein Gehirn vor. “Es kommt zurück.”, schrie sie. Dosnar sah auf. Die riesige Bestie steuerte genau auf sie zu. Wieder voller Angst hechtete er auf seinen bewusstlosen Freund. Bereit sein Leben mit dem eigenen zu verteidigen. Nur noch wenige Meter war die Kreatur von ihnen entfernt, als Dosnar ein Trommeln hinter sich wahrnahm. Er wandte sich um und sah wie Sivirs Männer mit gezogenen Waffen auf sie zustürmen. Scheinbar hatte es eine Weile gedauert, bis ihnen klar geworden war, dass ihre Herrin in den Kampf geritten war. Doch nun zögerte keiner von ihnen, ihr zur Seite zu stehen. Dosnar schloss die Augen. Das Geschöpf würde sie trotzdem zuerst erreichen. Sollte er fliehen und Hektor zurücklassen? Ihn zu tragen war ausgeschlossen. Nein er würde bei ihm bleiben, bis zum bitteren Ende. Jetzt befand sich das Monster direkt vor ihm, tauchte immer wieder aus dem Sand hervor und wieder unter. Dosnar zitterte am ganzen Körper. Das Ungeheuer riss seinen furchterregenden Schlund auf und Dosnar wusste, dass er nun sterben würde. ____________________________________________________ Und das wars auch schon wieder :) Wir hoffen es hat euch gefallen. Eure Märchentante Wolverine und euer Märchenerzähler Markishi
Teilen
Wertung Neu
Zur chronologischen Ansicht wechseln

Scheint, als wäre noch niemand in die Diskussion eingestiegen. Sei der Erste und kommentiere weiter unten!

Melden als:
Offensiv Spam Belästigung Falsches Forum
Abbrechen