Buch IV: Poros in Not - Band III

Ho -ho-ho Beschwörer! Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. **Kennt ihr Dasher und Dancer und Prancer und Vixen? Kennt ihr Comet und Cupid und Donner und Blitzen? (Fortsetzung)** So da sind sie wieder. Unsere tapferen drei Helden. Ich hoffe, ihr seid schon gespannt wie es weitergeht. Vorhang auf für Niklas, Dustin und Mark. __________________________________________________________________________ “Was meinst du, wie wir vorgehen sollten, wenn wir Graves finden?”, fragte Darius an Draven gewandt, während sie mit dem Schlitten über den Nachthimmel flogen. Dieser hatte sich für seine Verhältnisse bis jetzt recht ruhig verhalten und auf die Erde unter sich hinabgeblickt. Nun drehte er sich zu seinem Bruder um und musterte ihn prüfend - ganz so, als wolle er herausfinden, ob hinter dieser Frage wohl mehr steckte, als es den Anschein hatte. Da er offenbar keinen Grund fand, nicht ernsthaft darauf einzugehen, zuckte er die Schultern und sagte: “Ich tippe auf die zwielichtigste Absteige, die Bilgewasser zu bieten hat. Sie besitzt mehrere Ausgänge. Also sollten wir vorher alles absichern oder besetzen, denn ich glaube nicht, dass er einfach so mit uns reden wird.” Darius nickte knapp und fügte an Niklas und Mark gewandt hinzu: “Wie sieht es mit euren kämpferischen Fähigkeiten aus?” Niklas sah ihn stirnrunzelnd an. “Wir haben keinerlei Erfahrung im Kämpfen, falls du das meinst.” Darius schien nicht überrascht, seufzte aber dennoch. “Taugt ihr wenigstens als Ablenkung?” Nun war es an Mark die Schultern zu zucken. “Ich spreche für uns beide, wenn ich sage, dass wir noch nie eine Ablenkung für einen Söldner darstellen mussten. Also keine Ahnung.” “Entspann’ dich, Bruderherz.”, mischte sich nun Draven wieder ein, “Wir nehmen einfach jeder einen mit und dann klappt das schon.” Darius seufzte. “Nun gut. Wir sind auch gleich da. Schaut mal.” Dabei deutete er auf die in der Ferne aufleuchtenden Lichter einer Insel. Draven erhob sich und schlenderte geschmeidig nach vorn, um dem Wildschwein und Rudolph Anweisungen zu geben, wo sie landen sollten. “Darius glaubt, Draven und Graves teilen ein Geheimnis. Sei lieber vorsichtig. Nicht, dass du noch etwas siehst, das du nicht sehen solltest.”, sagte Niklas zu Mark, während der Schlitten in den Sinkflug ging. Mark runzelte die Stirn. “Was könnte das sein?” “Keine Ahnung, aber laut Darius, spricht Draven niemals darüber. Also will er nicht, dass irgendwer davon weiß.”, erwiderte Niklas und zuckte dabei mit den Schultern. “Ich werd’ aufpassen.”, dann breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus, “Und wenn ich es weiß, dann verrat ich’s dir.” “Du glaubst wirklich, du könntest herausfinden, was ich seit über einem Jahr nicht herausgefunden habe?”, mischte sich Darius in das Gespräch ein. Niklas lief es kalt den Rücken hinunter. “Er meint es nicht so. Das war nur Spaß.”, versuchte er hastig zu erklären. Darius schnaubte verärgert. “Mein kleiner Bruder ist unberechenbar. Haltet eure Nasen also lieber aus seinen Angelegenheiten heraus.” Mark wandte sich scheinbar gekränkt ab. “Gut, aber wenn ich es doch herausfinde, dann sag ich’s dir nicht.” Mit dieser offensiven Reaktion hatte der Krieger offenbar nicht gerechnet. Für einen Augenblick stand er mit halb geöffneten Lippen da und starrte Mark an, dann schien seine Neugier die Oberhand zu gewinnen. “Schon gut. Auch wenn ich nicht glaube, dass du es herausfindest, würde ich es wissen wollen.” Sein Blick verdüsterte sich. “Aber wage es nicht noch einmal, ihn zu zwingen, sonst mache ich dich einen Kopf kürzer.” Unwillkürlich duckte sich Mark, gerade so, als befürchtete er, dass Darius die mächtige Axt herumreißen und ihn auf der Stelle enthaupten würde. Ein amüsiertes Lächeln zuckte bei diesem Anblick über Darius’ Gesicht. “Richtig so, Kleiner. Zieh’ schön den Kopf ein.” Nach einer holprigen Landung am Ufer einer kleinen Bucht, ließen sie Rudolph und Sejuani gut versteckt zurück und gingen zu Fuß in Richtung des nächsten Hafens. Die Atmosphäre vermittelte den Eindruck von Piraterie und anderen fragwürdigen Geschäften. Ganz in der nähe des Hafenbeckens befand sich ein hell erleuchtetes Steinhaus, aus dem Seemannsgelächter und Klaviermusik zu hören waren. “Da ist es.”, sagte Draven und deutete mit einem Kopfrucken auf das Gebäude. Darius musterte es skeptisch, sagte dann aber: “Na dann los. Nick, komm’ mit.” Dieser schien überrascht, dass Darius sich tatsächlich an seinen richtigen Namen erinnerte, entgegnete dann aber: “Was habt ihr denn vor? Wollt’ ihr einfach reingehen und ihn suchen?” Darius sah ihn scharf an, dann nickte er knapp. “Gibt’s ein Problem?” “Ich glaube nur nicht, dass das funktionieren wird. Da drin sind lauter Typen, die - sagen wir - nicht ganz seriösen Nebengeschäften nachgehen. Was glaubt ihr wohl, werden sie tun, wenn ihr beide dort reinkommt und Ärger macht?” “Niemand würde es wagen, sich uns in den Weg zu stellen.”, schnaubte Darius nun offensichtlich verärgert. “Ich möchte ja nicht sagen, dass sie euch in einem Kampf Mann gegen Mann gewachsen wären. Aber sie haben Heimvorteil. Es ist ihre Absteige und sie werden euch zahlenmäßig weit überlegen sein. Wir wissen nichts über den Aufbau des Hauses. Es wäre naiv zu denken, dass wir sie alle überwältigen könnten für den Fall eines Kampfes und der wird ganz sicher kommen, wenn man bedenkt, wieviel Gold man damit von der noxischen Regierung erpressen könnte.” Darius lachte. “Die Regierung würde niemals für uns bezahlen. Wer nicht auf sich selbst aufpassen kann, ist auch nichts wert.” Niklas lächelte nun. Mark hatte den Eindruck, dass sein Freund gerade einen äußerst cleveren Schachzug ersonnen hatte, den er noch einige Augenblicke auskosten wollte, bevor er ihn offenbarte. “Aber das ist natürlich nicht die einzige Option für diese Gauner. Es gibt auch andere Leute, die für euch eine stattliche Summe zahlen würden.” Nun runzelte Darius die Stirn. “Worauf willst du hinaus, Kleiner?”, fragte er harsch. “Denk’ doch einmal nach. Wieso sollte die demacianische Krone euch nicht haben wollen? Ich sehe die Schlagzeile schon vor mir: Garen Kronwacht triumphiert über seinen Erzfeind - Noxische Kriegsverbrecher endlich in Gefangenschaft.” Darius lief rot an. “Dazu müssten sie uns erst einmal gefangen nehmen.”, schrie er nun beinahe. Niklas war durchaus klar, dass er damit einen wunden Punkt getroffen hatte. “Aber möchtest du das Risiko wirklich eingehen? Ich kann mir Garens selbstzufriedenes Gesicht wirklich sehr deutlich vorstellen.”, setzte er noch einen nach, obwohl er insgeheim davon überzeugt war, dass Demacia sich nicht auf einen Handel mit Ganoven einlassen würde. Aber das braucht Darius ja nicht zu wissen. “Nein.”, gab Darius zerknirscht zu, “Also was schlägst du vor?” Niklas strich sich über das Kinn, während er einige Moment überlegte. Tausende Gedanken wirbelten durch seinen Kopf. Er versuchte sich an die Hintergrundgeschichten zu erinnern, die er irgendwann schon einmal gelesen hatte. Fakten über Draven und Darius, über Graves und letztendlich auch über Twisted Fate fügten sich in seinem Gedächtnis zusammen. Und schließlich diese rätselhafte Bemerkung von Darius über Dravens so einmaliges Versagen. Damals war etwas vorgefallen. Etwas das die beiden verband und zwar so sehr, dass Draven seinen Gefangenen hatte entkommen lassen oder ihm gar zur Flucht verholfen hatte. Zweifellos eine große Geste von Seiten Dravens, aber hätte Graves ebenso gehandelt? Konnte man es einfach darauf ankommen lassen? Da Draven sofort erkannt hatte, dass es Graves gewesen sein musste und dann so schweigsam geworden war, schien die Erinnerung an Graves sehr deutlich in seinen Kopf verankert zu sein. Niklas hob den Kopf und sah Darius an. “Es gibt wahrscheinlich etwas, dass Graves und wenn ich richtig liege, auch nur Graves dazu bringen könnte, nach draußen zu kommen.” Sein Blick zuckte kurz zu Draven hinüber. Darius’ Augen verengten sich zu Schlitzen. “Nein.”, knurrte er bedrohlich. Doch Draven, der den Blick ebenfalls bemerkt hatte, ergriff nun das Wort: “Mit was glaubst du denn richtig zu liegen?” Niklas sah Draven nicht an, da er befürchtete, er könnte den erfahrenen Krieger gleich ziemlich stark beleidigen. “Ich glaube...” Sollte er es wirklich sagen? Niklas schluckte geräuschvoll. “Ich glaube, dass du ihm nicht das Leben gerettet hättest, wenn euer Geheimnis nicht - nun ja - auf Gegenseitigkeit beruhen würde.” Niklas wechselte einen schnellen Blick mit Mark. Dieser schien die Szene ausgiebig zu genießen. Die Rolle des außenstehenden Beobachters gefiel ihm offenkundig. Er zog die Informationen auf wie ein Schwamm ohne selbst etwas dazu sagen zu müssen und somit in die Schussbahn zu geraten. Nach einem kurzen Moment der Stille räusperte sich Draven verlegen. “Mag sein, aber was hilft uns das jetzt?” “Ich könnte hineingehen und ihm sagen, du hättest mich geschickt. Ich erzähle ihm, dass du hier wartest und dann wird er sicher mitkommen.” Draven sah amüsiert drein. “Versuchen kannst du es ja. Nur zu.” Darius schien immer noch einige Zweifel an diesem Plan zu hegen, aber auch er hielt Niklas nicht auf, als dieser entschlossen auf das Steinhaus zuging. Mark sah ihm nach. Nun so ganz allein mit Draven und Darius fühlte er sich nicht mehr ganz so wohl. Unruhig beobachtete er die beiden Brüder. “Was hast du denn, Marvin?”, fragte Draven, der offenbar ebenfalls nervös war. Mark seufzte. “Ich heiße Mark. M - A - R - K.” “Ja wie auch immer. Also was ist nun?” “Ich weiß nicht, ob es klug war Nick allein dort hineingehen zu lassen. Er kann sich schließlich nicht wirklich verteidigen.” Darius gab ein grollendes Geräusch von sich, was wohl bedeutete, dass er ebenso dachte. Die Zeit verstrich langsam und doch nach und nach waren laute Stimmen aus eben jener Absteige zu hören. “Auch das noch. Ich geh’ mal nach dem Kleinen sehen, bevor man ihn noch einen Kopf kürzer macht.”, verkündete Darius und trabte gemächlich davon. “Glaubst du, Nick ist etwas passiert?”, wandte sich Mark an Draven. Dieser zuckte die Schultern. “Wenn er Graves wirklich gesagt hat, dass er von mir kommt… Ich weiß nicht, wie er darauf reagieren wird, schließlich weiß ich nicht mal, ob ihm klar ist, dass ich ihn entkommen ließ.” Mark riss die Augen auf. “Du hast ihn also wirklich entkommen lassen. Aber wieso?” Er konnte Dravens Gesicht durch die Dunkelheit der Nacht nur schwer erkennen, aber er glaubte einen rötlichen Schimmer auf dessen Wangen wahrzunehmen. “Ich hatte meine Gründe.”, sagte Draven nur, schob das Kinn und blickte auf das Steinhaus, aus dem mittlerweile Gebrüll zu hören war. Einige Augenblicke vergingen wieder schweigend, bis sich schließlich ein Lächeln auf Dravens Gesicht ausbreitete und er sich umdrehte. “Und ich dachte schon, du würdest nicht kommen.”, sagte er in Richtung einer dunklen Gasse. Mark fuhr herum und versuchte etwas oder jemanden zu erkennen. Gerade als er Draven darauf hinweisen wollte, dass dieser sich wohl geirrt haben müsste, trat Graves mit der Schrotflinte schussbereit an der Hüfte aus einer Seitengasse hervor. “Beeindruckend wie immer, Draven.”, sagte er, während einen kräftigen Zug von seiner Zigarre nahm. Mark klappte der Unterkiefer herunter. “Woher wusstest du, dass er dort war?” Für ihn war es unbegreiflich, wie man jemanden auf solch eine Entfernung wahrnehmen konnte. “Das wüsste ich aber auch gern.”, sagte Graves, während er mit katzenhafter Geschmeidigkeit auf sie zu kam. Draven grinste und ließ Zeit mit seiner Antwort. “Das Gleiche wie immer. Der Zigarrenqualm.” Mark reichte diese Erklärung nicht aus. “Aber hier riecht es doch schon die ganze Zeit nach Zigarren und Alkohol? Wo ist jetzt der Unterschied?” “Er ist wählerisch, was das angeht. Er raucht nicht die billigen Stummel, die gewöhnliche Söldner rauchen würden. Nein. Es muss ein Tabak aus dem Kumungu-Dschungel sein, gedreht in Papyrus, das aus dem shurimanischen Oasenschilfrohr gefertigt wird. Eine absolute Rarität mit einem unverwechselbaren Geruch.” Graves ließ die Waffe sinken. “Du hast mich also nicht vergessen.” “Wie könnte ich.” Mit einigen schnellen Schritten war er bei Graves und die beiden Männer umarmten sich fest. Mark stand etwas peinlich berührt daneben. Sollte er etwas sagen und wenn ja, was? Er lächelte, als ihm klar wurde, was eine Freundin jetzt zu ihm sagen würde: “Sei bloß still, Mark. In einem solchen Moment schweigt und genießt man.” Also stand er nur ruhig da, versuchte angestrengt in eine andere Richtung zu sehen und wartete bis sich die Beiden wieder voneinander lösten. Erst dann wagte er es wieder zu sprechen: “Wir sollten zur Sache kommen, schließlich haben wir nicht viel Zeit.” Daraufhin fing er sich einen verärgerten Seitenblick von Draven ein, dieser seufzte dann aber. “Marcel hat recht. Wir müssen die Poros finden.” Graves Blick wurde schlagartig ernst. “Woher du weißt, dass ich sie gestohlen habe, muss ich ja nicht fragen, aber warum suchst du überhaupt nach ihnen?” Draven rollte die Augen. “Der da hat mich gezwungen.” Graves begann zu lachen. “Nein ernsthaft, warum?” ”Sagte ich doch schon.”, antwortete Draven gereizt. “Er ist ein Beschwörer und einer der Helden aus der alten Weihnachtslegende.” Das Wort “Helden” setzte er dabei mit den Finger in Anführungszeichen. Graves musterte Mark abschätzend. “Sieht gar nicht so heldenhaft aus. Aber ich muss euch enttäuschen. Ich hab’ ohnehin nur drei Poros erwischt. Flinke kleiner Biester und die sind schon wieder weg.” “Was hast du mit ihnen gemacht?”, fragte Mark aufgebracht. “Gar nichts. Nur meinen Auftrag erfüllt. Meine Klienten haben mir eine Menge Geld dafür geboten, dass ich so viele Poros wie möglich stehle.” Er zuckte die Schultern. “Und wo sind sie jetzt?”, fragte Mark weiterhin gereizt. “Zwei habe ich abgeliefert, das Dritte konnte ich zu einem äußerst lukrativen Preis an einen gewissen Piratenkapitän verkaufen.” Mark ballte die Hände zu Fäusten. “Du hast sie verkauft? Einfach so. Und dann auch noch an Gangplank. Er ist doch dein Feind, oder nicht?”, schrie er nun doch. Graves Miene änderte sich von Belustigung zu Ärger. “Das ist mein Job. Die Leute bezahlen und ich stell’ keine Fragen. Solang der Preis stimmt, ist mir egal, wer mein Kunde ist.”, entgegnete er angriffslustig und hob die Flinte erneut. “Beachte ihn gar nicht.”, sagte Draven, der sich gerade lässig gegen eine der Hauswände gelehnt hatte. Graves wandte sich wieder Draven zu. “Es ist eigentlich nicht meine Art, die Aufenthaltsorte meiner Klienten zu verraten, aber...” Sein Mund verzog sich zu einem Lächeln. “... ihr findet sie in einer alten Scheune an der Grenze zwischen demacianischem und noxischem Gebiet. Auf Höhe der Lichtschildmündung.” Er wandte sich zum Gehen. “Warte”, sagte Draven schnell, “wie kommt es, dass du vor wenigen Stunden noch in Freljord warst und jetzt schon wieder hier bist? Wir haben einen magischen Schlitten, aber sonst wäre es wohl nicht möglich.” Graves drehte sich noch einmal um. “Tobi hat mich hin- und zurückgebracht. Du weißt schon die Sache mit der Teleportation”, sagte er dann gelassen. Mark fiel auf, dass sich bei diesen Worten Dravens Muskeln bedrohlich spannten. Graves schien das wohl auch aufgefallen zu sein, denn er legte Draven beschwichtigend eine Hand auf die Schultern. Dann beugte er sich vor und sagte etwas, das Mark nicht hören konnte. Anschließend machte er erneut Anstalten zu verschwinden. “Wir können ihn nicht gehen lassen. Darius wird das sicher nicht gefallen, Draven.”, versuchte Mark dies zu verhindern. Sich dem Söldner direkt in den Weg zu stellen, wagte er allerdings nicht. Draven schien wohl zu wissen, dass er recht hatte, denn er griff zögerlich nach einer seiner Äxte. Graves begann zu lachen. “Mach’ dir nicht die Mühe sie zu werfen. Wir wissen doch beide, dass du mich nicht treffen willst. Bis bald.” Mit diesen Worten und einem Zwinkern verschwand er in die Nacht hinein. Nur wenige Minuten später kamen Niklas und Darius zurück und zu Marks großer Verwunderung trug sein Freund die großer Kriegsaxt über der Schultern. “Was war denn bei euch los?”, fragte er. “Ach nichts weiter.”, antwortete Niklas erschöpft und Darius nickte anerkennend. “Wie bescheiden.”, fügte der alte Krieger hinzu. “Der Kleine hier hat mich äußerst überrascht. Als ich drüben ankam, um ihn da rauszuholen, tauchte er gerade unter dem Schlag eines riesigen Kerls weg und brachte den dann auch noch mit einem Tritt in die Kniekehle zu Fall. “Für deine erste Söldnerschlägerei war das wirklich...”, Darius hielt kurz inne, “...gut.” Niklas grinste angesichts dieses Lobs. “Und warum hat er deine Axt?”, fragte Draven ebenfalls etwas irritiert, da er wusste, wie selten sein Bruder jemanden so offensichtlich lobte. “Als ich sah, wie gut er zurecht kam, habe ich ihn machen lassen.”, erklärte Darius. Niklas verzog angesichts dieses Kommentars das Gesicht. “Hat sich gegen die Wand gelehnt und mir beim Ausweichen und Herumtänzeln zugesehen und sich auf meine Kosten amüsiert. Und als es dann schließlich eng wurde, hat er mir die Axt zugeworfen.” Dabei nahm er die gewaltige Waffe vom Rücken und überreichte sie seinem Besitzer. “Hat mich dabei fast erschlagen. Ich konnte gerade noch ausweichen, aber zwei meiner Gegner hatten nicht so viel Glück. Im Grunde bestand der ganze Kampf zu aus Ausweichen und die Kerle haben sich dann gegenseitig ausgeknockt. Es wäre ja gar nicht zur Schlägerei gekommen, wenn einer dieser Typen nicht gehört hätte, wie ich Dravens Namen erwähnt habe. Dann hielten mich alle für einen noxischen Spion.” “War doch ein gutes Training. Allerdings hättest du den Letzten mit der Axt enthaupten sollen, anstatt ihn nur mit der flachen Seite eine überzuziehen.”, kritisierte Darius nun doch. “Ich bin nicht der Typ, der Leute enthauptet.”, erwiderte Niklas daraufhin knapp, “Wo ist eigentlich Graves? Ich war mir sicher, er würde zu euch kommen.” “Oh ja. Er war hier.”, erzählte Mark. “Und er hat uns gesagt, wo wir die Poros finden.” “Aber wo ist er jetzt?”, fragte Darius knurrend. Dabei funkelte er seinen kleinen Bruder misstrauisch an. Auch Mark sah zu Draven hinüber. “Also weißt du, Bruderherz. Er ist uns entkommen.”, sagte Draven schlicht. “Du meinst, du hast ihn wieder entkommen lassen.”, fauchte Darius ihn an. Mark spürte, dass er ihm helfen sollte. Schließlich konnte er nicht schaden, wenn er nach ihren schlechten Start vielleicht doch den ein oder anderen Sympathiepunkt bei Draven einstrich. Also sagte er: “Es war nicht seine Schuld. Ich hab’s vermasselt. Wir haben ihn gerade verhört und ihm die Flinte abgenommen, als Draven mich anwies ihn nach Granaten und Ähnlichem zu durchsuchen. Ich war nicht vorsichtig genug und eine Rauchgranate ging los. Plötzlich war alles dunkel und Graves hat sich die Flinte geschnappt und ist verschwunden.” Draven hatte einen Gesichtsausdruck ausgesetzt, der deutlich verriet, dass ihm diese Geschichte vollkommen neu war, aber da Darius damit beschäftigt war, Mark mit den Augen zu ermorden, bemerkte er davon nichts. “Du Idiot.”, waren die einzigen Worte, die Darius dafür übrig hatte. “Aber wenigstens wissen wir, wo wir hin müssen.” “Da gibt es nur ein Problem. Er hatte drei Poros, aber nur zwei davon kamen zu seinem Auftraggeber. Das Letzte wurde an Gangplank verkauft.” Darius riss wütend die Axt nach oben und trieb sie dann mit einem gewaltigen Hieb zwischen zwei der steinernen Bodenplatten. “Das hat uns gerade noch gefehlt. Dieser räudige Pirat.” “Vielleicht wäre es klüger, wenn wir uns wieder aufteilen würden.”, sagte Niklas schließlich. Darius stimmte ihm zu. “Aber ich suche nicht nach diesem Piraten. Das könnt’ ihr machen.” Dabei deutete er auf Draven und Mark. Eine halbe Stunde später flogen Niklas und Darius mit dem Schlitten in Richtung der noxisch-demacianischen Grenze, während sich Draven und Mark in Begleitung von Rudolph zurück zum Hafen von Bilgewasser begaben. ___________________________________________________________________________ Und wieder geht ein Kapitel zu Ende. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal. Eure Märchenfee Wolverine [Wie es weitergeht, erfahrt ihr hier.](https://boards.euw.leagueoflegends.com/de/c/community-kunstwerke/AlrlWNic-buch-iv-poros-in-not-band-iv)
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