Buch VI: Wie aus Rekruten Helden werden - Band III

Liebe Beschwörer, Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts- und Märchenstunde anwesend zu sein. Wir hatten jetzt eine etwas längere Winterpause und für die Unterbrechung möchte ich mich entschuldigen. Aber jetzt geht es weiter, daher nehmt euch doch ein Kissen und setzt euch. Ich habe Tee gemacht, wenn ihr möchtet, nehmt euch gerne einen. Wir begeben uns wieder zu Teemo, der nach seiner Aufgabe endlich herausgefunden hat, wer das Ausbildungslager angreift... Ungläubig sahen alle in die Runde. “Veigar?” unterbrach schließlich Ausbilderin Yarni die Stille. Energisch schüttelte sie den Kopf. “Wieso? Er ist doch selbst Yordle. Wieso greift er seine Brüder und Schwestern an? Ich wusste, dass er verrückt ist, aber das? Was tut er? Ist er alleine?” “Ich weiß es nicht. Mir wurde nur aufgetragen, so schnell wie möglich zu euch zu laufen und euch, sowie alle, die sich finden lassen, zu holen. Als ich loslief brannte bereits die Baracke am Tor und es sah nicht aus, als ob der Angriff in absehbarer Zeit nachlassen würde.” “Dann beeilen wir uns besser, alle zusammen, folgt mir” “Jawohl!” riefen alle zusammen und eilten im Laufschritt hinter Ausbilderin Yarni her. Je näher sie dem Hauptgebäude kamen, desto lauter wurden die Kampfgeräusche. Danach zu urteilen mussten es eine ganze Menge Angreifer sein, dachte Teemo.Immer wieder liefen Yordle vom und zum Schlachtfeld, mal waren es eifrige Rekruten, die sich in den kampf stürzen wollten, mal Veteranen, die mit ernstem Blick im Gleichschritt, auf die Kaserne zu marschierten. Einmal kam ihnen eine Gruppe Sanitäter entgegen, die Verletzte weg trugen, und auch wenn Teemo sich das eigentlich nicht ansehen wollte, so wanderte sein Blick doch wie von alleine zu den Tragen mit den Verletzten. Einer der Yordle musste seinen interessierten, aber doch angewiderten Gesichtsausdruck bemerkt haben, denn er legte Teemo eine Hand auf die Schulter und begann: “Auch wenn du es vielleicht nicht sehen willst, so kannst du aus den Verletzungen der anderen viel über deinen Feind lernen. Was hast du gesehen?” Teemo schluckte, dann begann er :” Wunden, die nicht physischer Natur waren.” Der Yordle nickte. “Ich glaube, es muss dunkle Magie gewesen sein, denn es waren auch keine Verbrennungen oder Vereisungen zu sehen. Ich kenne mich nicht viel mit Magie aus, aber man kann ja ungefähr anhand der Magieart erahnen, was für Wunden übrig bleiben. Diese hier waren lila-schwarz.” “Genau, Veigar hat sich voll und ganz der dunklen Magie verschrieben.” Unterbrach Ausbilderin Yarni, ohne innezuhalten. “Genau, daher sind unsere Rüstungen relativ nutzlos gegen ihn. Aber wer weiß, was er noch auf Lager hat, die Geräusche klingen nach einer Menge Kämpfern. Wobei ich mich frage, wer sich einem solchen Fiesling anschließt.” “Ist er wirklich so mächtig, wie viele sagen? Wo hat er dass denn alles gelernt, bei uns in Bandle gibt es doch keine Möglichkeit, die dunkle Magie zu lernen. Wieso sollte man das überhaupt wollen?” “Nun, so ganz freiwillig hat er das nicht getan…” warf Ausbilderin Yarni ein. Sie blieb stehen und sah Teemo in die Augen. “Er war schon immer sehr neugierig und als er davon hörte, dass wir ein Handelsgeschäft aufbauen wollen, dass mit anderen Städten in Kontakt tritt und Handel treibt, war er sofort zur Stelle. Alles ging gut, bis er und die anderen Händler seiner Gruppe nach Noxus gingen. Dort sollten sie eigentlich ein paar unserer Waren im Austausch für Produkte aus Noxus handeln. Jedoch entpuppte sich das ganze als Falle und alle wurden gefangen genommen. Erst als sie nach der eigentlichen Dauer ihrer Reise nicht wiederkamen, wussten wir, dass etwas passiert sein musste. Wir suchten mit vielen verschiedenen Spähtrupps nach ihnen, jedoch war nirgends eine Spur von ihnen zu finden. In Noxus sagte man uns, sie wären wieder abgereist, nachdem sie zwei Tage in der Stadt verbracht hatten, seitdem hätten sie auch nichts mehr von ihnen gehört. Lange Zeit suchten wir noch weiter, bis wir schließlich nach Monaten vergeblicher Suche aufgeben musste, da wir mit unserer Suche keinen Schritt weiter gekommen waren und wir inzwischen annahmen, dass sie sich entweder irgendwo mit den Waren abgesetzt haben müssen oder bei ihrer Mission ums Leben gekommen waren. Trotz alledem wiesen wir jeden unserer Trupps an, auf ihren Reisen weiterhin nach allen findbaren Anhaltspunkten zum Verbleib der Karawane zu suchen, auch aus anderen Städten wie Piltover erhielten wir Hilfe. Wir sollten jedoch erst Jahre später wieder etwas von ihnen erfahren, als Plötzlich eines Tages jemand aus der Karawane am Stadttor auftauchte und uns erklärte, was geschehen war. Natürlich suchten wir sofort danach Noxus auf, um sie damit zu konfrontieren, doch dort wies man jede Schuld von sich und behauptete, sie hätte Waren stehlen wollen und wären deshalb festgenommen worden. Wieso man uns dies jedoch nicht gesagt hat, wurde nicht einmal beantwortet, stattdessen wurden wir aus der Stadt verjagt. Der Überlebende erzählte uns dann davon, wie Veigar vor einiger Zeit entkommen war, aber jedoch vollkommen den Verstand verloren hatte. Nach einer solch langen Zeit im Gefängnis von Noxus kann man ihm da keine Vorwürfe machen. Aber anstatt jedoch wieder zu uns zurückzukehren blieb er noch sehr lange verschwunden. Bis uns schließlich Geschichten erreichten, dass ein Yordle, der sich aber überhaupt nicht wie einer benahm, die Schwarze Magie erlernt hatte und nun Angst und Schrecken verbreitete. Da wussten wir, das Veigar zurückgekehrt war, aber jedoch nicht mit guten Absichten, so wie er sie früher immer hatte.” “Das ist ja schrecklich! Wie kann man nur jemanden so etwas antun wie die Noxianer? Warum macht man so etwas?” “Nun, die Menschen in Noxus kennen nur die Sprache des Krieges und des Kampfes. Wenn es für sie keine Schlacht zu schlagen gibt, sorgen sie dafür, dass irgendwo eine Gelegenheit zum kämpfen entsteht. Ohne einen Kampf fühlt sich ein Noxianer nicht wohl. Aber genug davon, wir sollten dringend weiter, ich sollte uns nicht mit meinen Geschichten aufhalten.” Schnell lief Ausbilderin Yarni los und alle bemühten sich, mit ihr Schritt zu halten. Der Lärm wurde immer lauter und mit jedem Meter, die sie bis zum Hauptgebäude aufschlossen, wuchs Teemos Aufregung. Gleich an seinem ersten Tag passierten schreckliche Dinge. Doch, so nahm Teemo sich vor, er würde so gut er konnte helfen, dieses Chaos wieder ins reine zu bringen und die Zahl der Verletzten so gering wie möglich zu halten. Auch wenn es eine traurige Geschichte war, die Veigar zu dem hatte werden lassen, was nun die Kaserne angriff, so war er doch jemand, der den Frieden, und vor allem das Leben vieler hier, in Gefahr brachte. Daher durfte Teemo nicht zulassen, von den Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, wenn er daran dachte, einen Yordle anzugreifen, überwältigt zu werden. In den Gesetzen von Bandle war es ausdrücklich verboten, einem anderen Yordle Schaden zuzufügen, doch wenn jemand gegen dieses Gesetz verstieß, so konnte es manchmal erfordern, dass man dies ebenfalls tun musste, um die Ordnung wiederherzustellen. Teemo hatte von seinem Großvater einige Geschichten darüber gehört, jedoch hatte er sich nicht vorstellen können, so etwas eines Tages selbst einmal zu erleben. Gerade, als sie an den ersten brennenden Gebäuden vorbeikamen, und ihnen das Ausmaß der Zerstörung durch Veigar bewusst wurde, zog etwas, dass kurz aufleuchtete ihre Aufmerksamkeit auf sich. Nur für einen kurzen Augenblick lang sah man etwas, doch konnte es niemand von ihnen zuordnen. Gleichwohl blieben sie stehen, war es doch etwas gewesen, was noch niemand von ihnen zuvor gesehen hatte.Aus dem Augenwinkel heraus sah Teemo, dass sich am Himmel etwas bewegte. Instinktiv rief er den anderen zu “ Zurück, schnell!” und lief selbst so schnell er konnte in die Richtung, wo sie hergekommen waren. EIn paar der anderen, unter ihnen Ausbilderin Yarni, schienen von seinen Anweisungen so überrascht zu sein, dass sie dem einfach nachkamen, jedoch nicht alle. Noch während sie sich zurückzogen schlug etwas vom Himmel auf die Erde nieder. Es gab einen ohrenbetäubenden Knall und alle wurden von den Füßen geworfen. Staub und Schutt flogen durcheinander und verhüllten die Sicht auf das, was passiert war. Jemand packte Teemo am Arm und zog ihn weiter zurück und er versuchte, dagegen anzukämpfen, da er nicht wusste, ob es Freund oder Feind war, der ihn da mit sich riss. “Rekrut, lass das, wir müssen hier weg!” rief ihm eine Stimme aus dem Staub zu, vermutlich die desjenigen, der ihn fortzog, und so hörte er auf sich zu wehren und lief mit. Ein diabolisches Lachen, halb wahnsinnig, halb Böse, hallte durch den Nebel und ließ Teemo erschaudern. Ein zweiter, noch viel schlimmerer Knall riss ihn von den Füßen und schleuderte ihn durch die Luft und als er auf dem Boden aufschlug wurde ihm schwarz vor Augen. Das war es auch schon wieder mit unserer heutigen Geschichte. Ich hoffe, sie hat euch gefallen und ihr seid neugierig geworden, wie es Teemo weiter ergeht. Falls ja, so würde ich mich freuen, euch beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen. Euer Geschichtenerzähler Markishi
Teilen
Wertung Neu
Zur chronologischen Ansicht wechseln

Scheint, als wäre noch niemand in die Diskussion eingestiegen. Sei der Erste und kommentiere weiter unten!

Melden als:
Offensiv Spam Belästigung Falsches Forum
Abbrechen