Buch XII: Mord auf "Sonnenstrahl" - Band V

Hallo Meisterdetektive, ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Steven hat die Suche nach Karmas Geist als wichtiger befunden und ist zu Shen aufs Zimmer gegangen. Was er wohl finden wird? ___________________________________________________________________ Steven hatte sich noch nicht entschlossen, mit wem er zuerst sprechen sollte. Er saß regungslos im Meditationssaal und starrte auf seine Hände in seinem Schoß, als sich die Tür öffnete und Irelia den Kopf in den Saal streckte: "Entschuldigen Sie, Monsieur, aber wir haben soeben Nachricht vom Kriminalpriester erhalten. Er schafft es nicht, heute Nacht noch aufs Anwesen zu kommen und vertraut darauf, dass Sie solange die Stellung halten. Er sagte, sie seien ein herausragender Detektiv und würden ihn problemlos vertreten können." Steven rang sich ein mattes Lächeln ab. "Es schmeichelt mir, wenn die Polizei eine so hohe Meinung von mir hat. Ich werde mein Möglichstes tun, um diesen Fall zu lösen." Irelia nickte und zog sich dann zurück. Steven erhob sich langsam. Es nützte ja nichts - ein Entscheidung musste getroffen werden. Shen. Er würde zuerst zu Shen gehen und mit ihm nach Karmas Geist suchen. In der oberen Etage angekommen, warf er noch einen kurzen Blick auf Master Yis Tür, klopfte dann jedoch beim Shen an. "Treten Sie ein, Monsieur.", bat Shen ihn herein und zeigte bereits auf zwei Kissen, die er auf den Boden gelegt hatte. "Setzen Sie sich, ich muss mich noch kurz dehnen, es ist schließlich meine zweite Reise in Begleitung für heute und mit einer gewissen körperlichen Belastung verbunden." Steven nickte zustimmend und ging wie beiläufig zum Schreibtisch hinüber. Dort fiel sein Blick auf das Foto von Shen und Akali, das er bereits zuvor am Abend untersucht hatte. "Ihr Vater war ein großer Krieger. Mein Beileid zu Ihrem zeitigem Verlust. Er ist wohl der Grund, warum Lady Akali und Sie heute so große Krieger sind." Shen hatte sich gerade zur Seite lehnte und streckte sich. "Mein Vater und Akali haben sich nie ... ", dann sah er zu Steven herüber, der das Foto in der Hand hielt, "ach ja. Das alte Bild. Ich denke, er war eine Inspiration für uns alle." Steven war sich nicht sicher, aber Shen schien in diesem Moment etwas blass um die Nasenspitze - oder bildete er sich das nur ein? "Wollen wir nun beginnen? Ich kann nicht versprechen, dass ich es sehr lange durchhalte, aber wir müssen es versuchen." Steven schob Shens merkwürdige Reaktion fürs Erste beiseite und setzte sich ihm gegenüber. "Bitte reichen Sie mir ihre Hände und schließen Sie die Augen. Der Übergang in die andere Welt ist etwas unangenehm. Sie könnten ein Ziehen in der Magengegend verspüren. Bitte bleiben Sie ruhig. Es dauert nicht lang." Steven atmete tief durch und schloss die Augen. Ihm war, als würde eine fremde Energie in seinen Körper eindringen und an seiner eigenen Lebenskraft zerren und bevor er sich dagegen wehren konnte, war er auch schon aus seinem Körper gerissen wurden. Panisch begann er mit den Armen zu rudern und schlug die Augen auf. Seine Umgebung hatte sich nicht verändert, nur dass er nun den Eindruck hatte, alles durch einen Blaufilter zu sehen. Das Einzige, was seine Farbe nicht in einen mattes Blau getaucht zu haben schien, war Shen, der ihm immer noch gegenüber saß und sich offenbar köstlich amüsiert. "Dies ist also die Geisterwelt?", fragte Steven mit einem Anflug von Verlegenheit. Shen nickte. "Nur zu, Monsieur. Testen Sie, was auch immer Sie möchten." Steven erhob sich fasziniert, ließ dabei seinen Körper zurück und trat auf die nächste Wand zu. "Kann ich sie passieren?", fragte er skeptisch. "Nur wenn Sie es wünschen. Es ist so: Wenn sie auf etwas stehen wollen, dann können Sie darauf stehen. Wie auf dem Fußboden dieses Stockwerks. Wenn Sie ein Hindernis allerdings zu durchschreiten wünschen, so ist dies ebenfalls möglich. Allerdings gebietet es uns die Höflichkeit unsere Freunde nicht auszuspionieren. Ich weiß, es ist verlockend." Steven nickte. Als Gentleman stimmte er Shen da vollkommen zu, als Detektiv allerdings juckte es ihm in den Fingern weitere Hinweise ans Tageslicht zu befördern. "Nun gut, ich würde sagen, wir gehen in Karmas Zimmer. Falls ihr Geist schon den Weg in diese Welt gefunden hat, dann wird er sich in der Nähe ihres Körpers aufhalten." Steven wandte sich zu Shen um und zuckte unwillkürlich zusammen, als er die große Klinge bemerkte, die neben Shen in der Luft schwebte. Shen bemerkte seinen Blick und sagte: "Diese Waffe erlaubt mir erst den Übergang zwischen den Welten und sie dient zum Schutz rachsüchtigen Seelen, die die Energie eines noch lebendigen Geistes stehlen wollen." "Und könnte diese Klinge theoretischen einen lebenden Körper töten?", fragte Steven nach, ohne seine Gedanken dabei verbergen zu können. "Möchten Sie es versuchen? Mein Körper sitzt dort wehrlos. Nur Mut. Es wird nichts passieren." Dabei hielt Shen ihm das Schwert entgegen. Steven ergriff es zögerlich und richtete es zaghaft gegen Shens Körper. Als er gerade den Oberarm sacht anschneiden wollte, verspürte er einen unglaublichen Widerstand. Es schien ihm unmöglich diese Barriere zu überwinden. Unvorsichtig zog er es zurück und Shen packte sein Handgelenk, bevor die Klinge Stevens eigenen Körper erreichte. "Vorsichtig. Bei deinem Körper ist das etwas anderes. Für dich gilt deine eigene natürliche Hülle nicht. Du könntest diese Klinge durch dich ziehen, wie ein warmes Messer durch Butter." Erschrocken trat Steven einen Schritt zurück. Beinahe hätte er sich gerade selbst in die rechte Schulter geschnitten. Shen nahm die Waffe auf und richtete das Schwert gegen Stevens Oberkörper, bevor er versuchte einmal quer über dessen Brust zu ziehen, von der rechten zur linken Schulter. Nichts geschah. "Schon gut. Ich hab's verstanden.", sagte Steven schnell, da ihm nicht wohl bei dem Gedanken war, ein Schwert auf seinen Körper gerichtet zu sehen. “Na dann, gehen wir, aber bitte durch die Tür.”, sagte Shen und deutete in die entsprechende Richtung. Gemeinsam schlüpfen sie problemlos durch das massive Holz und gingen den Gang zu Karmas Zimmer entlang. In dem Raum angekommen sah sich Shen ratlos im Raum um. “Wie ich schon vermutet hatte, sie ist noch nicht hier.” Steven sah enttäuscht drein. “Und wie lange wird es dauern bis sie hier auftaucht.” “Das ist schwer zu sagen. Je nachdem, wie schnell sich ihre Seele an die Trennung vom Körper gewöhnt. Das kann ein paar Stunden dauern oder Monate, manche finden sich niemals damit ab und spuken dann als ruhelose Seelen durch unsere Welt.” “Können wir vielleicht sonst noch etwas untersuchen? Ich meine, wenn wir schon einmal hier sind.”, fragte Steven interessiert. Shen überlegte kurz und antwortete dann: “Es tut mir leid, aber ich habe die Geisterwelt noch nie zweimal am Tag aufgesucht und dann auch noch in Begleitung. Ich möchte nicht unvorsichtig sein und mich gern ausruhen.” Steven versuchte seine Enttäuschung zu verbergen, stimmte aber zu. Kurz darauf befand sich Steven wieder in seinem Körper und verabschiedete sich von Shen. Auf dem Weg durch den Gang bemerkte er einen leichten Schnitt über der linken Schulter in seinem Anzug. Erschrocken fuhr er zusammen und untersuchte seine Haut auf eine Verletzung. Aber zu seinem Glück war er unverletzt und er atmete auf. Da hätte er sich doch um ein Haar selbst aufgeschnitten. Er gähnte herzhaft. Nicht nur Shens Kräfte schienen für heute aufgezehrt, auch er benötigte dringend Schlaf. Gerade als er sein Zimmer betreten wollte, fiel sein Blick auf Master Yis Tür. Es war ungefähr eine halbe Stunde vergangen. Sollte er jetzt noch mit Yi sprechen? Vorsichtig legte Steven ein Ohr an die gegenüberliegende Tür. Es war nichts zu hören. Sollte er Master Yis Zimmer betreten und ihn aufwecken oder ihm lieber seinen wohlverdienten Schlaf gönnen, den er selbst auch so dringend benötigte? Steven überlegte einen Moment. Einerseits ging es hier um einen Mord, da war ein wenig Schlaf nebensächlich. Andererseits wäre er selbst ausgeschlafen aufnahmefähiger und Master Yi vielleicht ruhiger, nachdem er etwas geschlafen hatte. _____________________________________________________________ Und bis zum nächsten Mal. Eure Märchentante Wolverine
Teilen
Wertung Neu
Zur chronologischen Ansicht wechseln
Melden als:
Offensiv Spam Belästigung Falsches Forum
Abbrechen