Buch IV: Poros in Not - Band II

Ho -ho-ho Beschwörer! Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Es ist Weihnachten und diese Geschichte ist mein Geschenk an drei ganz besondere Emissaries. Begleitet meine Freunde und ihre Champions auf ihrer spannenden Reise durch Runneterra. **Kennt ihr Dasher und Dancer und Prancer und Vixen? Kennt ihr Comet und Cupid und Donner und Blitzen? (Fortsetzung)** Weihnachten ist nun schon eine ganze Weile vorbei, aber die Geschichte unserer Helden dauerte an. Die Poros warten noch immer auf ihre Rettung und das Weihnachtsfest ist noch immer in Gefahr. Also macht es euch gemütlich und begleitet Dustin, Niklas und Mark weiterhin auf ihrer Reise durch Runneterra. _________________________________________________________________________ Dustin zitterte, während er Lux durch den Schnee und die Dunkelheit folgte. Da er gerade noch zuhause in seinem behaglichen Zimmer gesessen und LoL gezockt hatte, war es ihm natürlich nicht in den Sinn gekommen, einen Anorak oder eine warme Hose anzuziehen. Doch jetzt, als ihm die kalten Winde durch das T-Shirt und die dünne Jeans wehten, wünschte er sich nichts Sehnlicheres als wieder in ein warmes Zimmer gehen zu können. Schließlich fiel er auf die Knie. Lux, die wohl das dumpfe Geräusch gehört hatte, eilte herbei und berührte seine kalte Haut am Arm. Zu seiner Überraschung waren ihre nackten Finger angenehm warm. “Dustin, es tut mir so leid. Ich hatte völlig vergessen, dass du nicht von hier bist und auch überhaupt nicht für eine solche Mission ausgerüstet.” Sie legte ihm beide Hände direkt auf die Brust und nach ein paar Sekunden breitete sich wohlige Wärme ausgehend von seinem Herzen in seinem Körper aus. Eine Kugel kaum sichtbaren Lichts schloss sich um ihn und spendete weiterhin Wärme. Lux lächelte ihn an. “Besser?” Dustin nickte und versuchte erfolglos aufzustehen. Sie streckte ihm hilfsbereit die Hand entgegen. Nach einigem Zögern ergriff er sie, ließ sich von ihr auf die Beine ziehen und stolperte dann direkt in ihre Arme. “Es tut mir leid. Ich bin so ungeschickt.”, entschuldigte er sich rasch und wandte hastig den Blick zu Boden, als ihm klar wurde, dass er errötete. Lux kicherte und griff nach seiner Hand. “Komm’ jetzt, wir müssen Poros retten.”, sagte sie und zog ihn voran. Eine Weile folgten sie gemeinsam wortlos den Porospuren im Schnee. Doch schließlich brach Lux das Schweigen. “Wie ist es so in deiner Welt?”, fragte sie etwas unsicher. Dustin sah sie an und überlegte einen Moment. “Sie ist anders als diese hier. Es gibt keine Magie und wir lösen unsere Probleme größtenteils mit Maschinen.” “Es gibt keine Magie?”, fragte Lux stirnrunzelnd nach. “Aber wie beschwört ihr uns dann? Woher kommt unsere Verbindung?” “Das ist nicht so leicht zu erklären. Wir benutzen eine Maschine um die Verbindung herzustellen und erhalten die Kontrolle über die Tasten des Geräts.” Lux lachte. “Und ich dachte immer, die Beschwörer müssten mächtige Magier sein, die mir vielleicht irgendwann sogar etwas beibringen könnten.” “Nein, leider nicht. In deiner Welt werde ich dir nicht viel nützen, falls wir in eine gefährliche Situation geraten sollten.”, stellte er daraufhin betrübt fest. “Ich bin trotzdem froh nicht allein zu sein.”, versuchte sie ihn aufzumuntern. “Und ich freue mich dich...” In diesem Moment knackte der Schnee unter ihren Füßen verdächtig laut und der Boden gab augenblicklich nach. Instinktiv griff Dustin nach Lux´ Arm, während sie ein paar Meter in die Tiefe stürzten. Schließlich schlugen sie hart auf einen zum Teil mit Schnee bedeckten Vorsprung auf. “Aauu.”, stöhnte Lux gequält, als sie sich zu rühren versuchte. Schwer atmend schloss sie für einen Moment die Augen. Dustin rappelte sich mühsam auf und beugte sich über ihren reglosen Körper. “Lux?”, fragte er panisch. “Lux, wach auf.” Er legte eine Hand an ihren Hals um ihren Puls zu fühlen. Erleichtert stellte er fest, dass der Takt ihres Herzens noch deutlich zu spüren war. “Dustin”, sagte sie leise, aber deutlich. Er atmete erleichtert auf. “Geht es dir gut?”, fragte er aufgeregt. Unter einiger Anstrengung gelang es ihr sich aufzusetzen. “Es passt schon.” Dustin betrachtete sie misstrauisch. “Bist du sicher?” Sie nickte und erhob sich etwas uneleganter, als sie es bei bester Gesundheit getan hätte. “Wir müssen weiter. ”, sagte sie, während sie verzweifelt versuchte das Gleichgewicht zu halten. Wie konnte man nur so stur sein? Dustin lächelte matt und schlang kurzerhand seinen Arm um ihre Taille um sie zu stützen. Lux wandte nichts dagegen ein und sah stattdessen nach oben. “Das ist zu hoch. Wir kommen da nicht wieder raus”, stellte sie enttäuscht fest. Der Vorsprung war länglich, aber schmal. Vorsichtig bewegten sich die beiden in Richtung Abgrund um einen Blick in die Tiefe zu werfen. Zwei gute Meter unter ihnen befand sich ein weiteres Plateau, das ebenfalls von Schnee überzog war. Von dort aus führte eine Öffnung in die graue Felswand. Ob es sich dabei um einen Gang oder eine Höhle handelte, war nicht zu erkennen. Keiner der beiden schien erpicht darauf noch tiefer hinabzusteigen, aber scheinbar blieb ihnen keine andere Wahl. In den wenigen Sekunden, die sie das Unvermeidliche herauszuzögern versuchten, ertönte ein geisterhaftes Murmeln und hallte gespenstisch in der Schlucht nach. Lux und Dustin lauschten angestrengt um eventuell die Quelle des Geräusches ausfindig zu machen. “Ich glaube, es kommt von dort unten. ”, sagte Dustin und deutete auf den Eingang in die Felswand. “Ja, denk’ ich auch.”, stimmte ihm Lux zu. Dustin betrachtete den Vorsprung unter ihm genauer. “Ich werd’ runterspringen und dann kommst du nach.”, sagte er schließlich und löste seinen Arm etwas widerwillig von ihrer Taille. “Ich kann dich auffangen.” Lux sah so aus, als ob sie protestieren wollte, aber Dustin kam ihr zuvor. “Wenn du ohnmächtig wirst, sterben wir beide. Du schützt auch mich vor dem Erfrieren. Ohne dich bin ich hier draußen verloren.” Sie nickte und sah zu wie er sich an die Kante des Plateau setzte und sich dann so langsam wie möglich nach unten gleiten ließ. Beim Aufprall kam er ins Straucheln, fing sich aber wieder und wandte den Blick nach oben. Er streckte die Arme aus und rief: “Bin bereit.” Lux folgte seinem Beispiel und landete einige Sekunden später sicher in seinen Armen. Behutsam setzte er sie ab und stützte sie - nach einigem Zögern - wieder an der Taille. Gemeinsam bewegten sie sich auf den Höhleneingang zu. Mit jedem Schritt schien Lux wieder stabiler auf ihren Füßen zu stehen, bis sie schließlich in den schützenden Tunnel eintraten und Dustin es für ungefährlich befand, sie loszulassen. “Danke”, sagte Lux und schuf eine Lichtkugel, die vor ihr in der Luft schwebte. Im warmen Licht wirkte die kalte Eishöhle gleich etwas weniger unheimlich. Seite an Seite machten sie sich auf den Weg tiefer hinein. “Siehst du das auch?”, fragte Dustin nach einiger Zeit und deutete auf dunkle Stellen in der Wand. Lux runzelte die Stirn und trat näher heran. “Das ist dunkles Eis.”, sagte sie leise. “Verdorbenes Eis, das nicht schmelzen kann.” Augenblicklich dämmte sie das Licht. “Was bedeutet das?”, fragte Dustin ebenso leise nach. “Das heißt, Lissandra war höchstwahrscheinlich hier. Und wenn sie eins der Poros hat, dann haben wir schlechte Karten.” Dustin schluckte. Der Eishexe wollte er nun wirklich nicht begegnen. Scheinbar stand ihm das Unbehagen förmlich ins Gesicht geschrieben, denn Lux griff erneut nach seiner Hand und zog ihn weiter. Kurz darauf weitete sich der Tunnel zu einer Höhle, die in ein bläuliches Licht getaucht war. In der Mitte des Raumes stand ein riesiger Obelisk aus Eis, in dessen Mitte deutlich die Silhouette eines Poros zu erkennen war. “Wenn das auch dunkles Eis ist,...”, setzte Dustin an. “Dann haben wir keine Chance.”, antwortete Lux knapp. Sie schien angespannt. Ein Schweißtropfen rann ihr von der Stirn. Sie musste eine Menge Energie in die Wärme und das Licht gesteckt haben und das, obwohl sie durch den Sturz ohnehin schon geschwächt war. “Komm’ mit. Wir müssen herausfinden, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, ihm zu helfen.”, fügte Lux hinzu und ging in gebückter Haltung voran. Dustin eilte ihr nach. An der Säule angekommen, strich Lux vorsichtig mit der Hand über das Eis. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. “Kann es geschmolzen werden?”, fragte Dustin hoffnungsvoll. “Ja, aber nicht mehr lange.”, erwiderte eine eiskalte Stimme hinter ihnen. Lissandra stand in ihrem Rücken und holte bereits zum Schlag aus. Lux reagierte schnell und umgab Dustin und sich selbst mit einer Sphäre aus strahlendem Licht. Der Frostblitz traf sie dennoch hart. Trotz des Schutzschildes wurden sie unangenehm gegen die Säule geschleudert. Langsam und bedrohlich kam die Hexe näher. “Kannst du das Poro herausschmelzen?”, fragte Dustin schnell. Lux nickte. “Aber es wird einige Zeit dauern.” “Dann nimm’ alle Energie, die dir zur Verfügung steht um dich zu schützen und das Poro zu befreien. Ich werde sie ablenken.” “Dustin, sei nicht dumm. Du wirst keinen einzigen Treffer überleben.” Er lächelte traurig. “Dann darf ich mich halt nicht treffen lassen. Wir müssen doch die Poros retten.” “Pass’ auf dich auf.”, sagte sie besorgt und löste den Schild. Sofort schlug eine Eislanze an eben der Stelle ein, an der Dustin gerade noch gekauert hatte. Er hatte sich schnell zur Seite gerollt und stolperte nun auf die andere Seite der Höhle zu, um Lissandra möglichst weit weg von Lux und dem Poro zu locken. Doch diese lachte nur höhnisch. “Das wird deine Lichtprinzessin nicht retten. Ich hole mir euch einen nach dem anderen.” Sie glitt furchterregend auf ihn zu und formte bereits den nächsten Eisball. Dustin atmete schwer. Er hatte Angst und wusste nicht wirklich, was er tun sollte.Spontan entschied er, hinter einen großen Eisblock zu hechten und hoffte das Eis würde der Attacke standhalten. Lissandras Angriff ließ das Eis beunruhigend knirschen, es aber nicht in tausende Einzelteile zerspringen. Während Dustin tief einatmete und die eisige Luft in seinen Lungen wie Feuer brannte, hörte er die Hexe fluchen: “Du glaubst, du kannst mir entkommen?” Sie lachte erneut. “Lauf nur, aber deine Freundin gehört mir.” Lissandra wandte sich wieder Lux zu, die das Poro schon beinahe zur Hälfte aus dem Obelisken geschmolzen hatte. Entschlossen attackierte die Hexe den Lichtschild, der schon nach wenigen Angriffen zu flackern begann. In seiner Verzweiflung tat Dustin etwas äußerst Mutiges und gleichzeitig etwas äußerst Dummes. Er warf einen Schneeball nach ihr und rief: “Ashe ist viel besser als du.” Noch bevor er sich darüber klar werden konnte, was er gerade getan hatte, fuhr Lissandra zu ihm herum und entsandte eine Frostnova. Dustin versuchte sich zu verstecken, doch zu spät. Sein rechter Fuß wurde getroffen und fror augenblicklich am Boden fest. Er schrie auf als ihn die Kälte bis in die Knochen durchdrang. Auch in seinem restlicher Körper machte sich schließlich die Kälte wieder bemerkbar. Lux hatte es mittlerweile beinahe geschafft, das Poro zu befreien. Dessen aufgeregtes Piepsen lenkte Lissandras Aufmerksamkeit wieder auf Lux und das kleine Fellknäuel. Entschlossen formte sie einen langen Speer aus Eis und hielt ihn bedrohlich in der einen Hand auf Lux gerichtet, während sie mit der anderen Hand einen Eisstrahl erzeugte um den Lichtschild aufzubrechen. Dustin versuchte sich währenddessen verzweifelt zu befreien. Mit einen Eissplitter hackte er auf das Eis, das seinen Fuß am Boden hielt, ein. Kurz bevor Lux´ Schild endgültig verschwand, hatte er es geschafft. Ohne nachzudenken rannte er auf Lissandra zu. Er wusste nicht, was er tun würde und seinen halb erfrorenen Fuß ignorierte er bereits vollkommen. In seinem Kopf blieb nur ein einziger Gedanke zurück: Schaff‘ es noch zu Lux. Nur noch wenige Meter trennten ihn von seinem Ziel. Wie in Zeitlupe sah Dustin, Lissandra den Speer werfen. Lux´ Schild war so eben gebrochen. Genau diesem Moment lösten sich die letzten Eisreste von Körper des Poros und es quietschte im Angesicht der drohenden Gefahr. Mit letzter Kraft hechtete Dustin nach vorn. Er hörte Lux´ Aufschrei, als ihr klar wurde, was ihm schon beim Absprung klar gewesen war. Der Speer würde ihn treffen und nicht nur in die Schulter oder ins Bein, sondern direkt in die Brust. Nun war also sein letzter Augenblick gekommen und den verbrachte er in einer kalten Eishöhle. So hatte er sich seinen Tod nicht vorgestellt. Aber zumindest rettete er damit ein Leben. Ein trauriges Lächeln zog sich über sein Gesicht. Würde Lux trotzdem sterben? Was sollte Lissandra schon daran hindern, sie ebenfalls umzubringen? In diesem Moment durchschlug das Eis seinen Brustkorb. Der Schmerz war unbeschreiblich, noch nie zuvor hatte er etwas Vergleichbares gefühlt. Aus einem ihm unbekannten Grund ging ihm auf einmal ein Zitat aus “Skyrim” durch den Kopf: “Früher war ich auch mal ein Abenteurer, aber dann habe ich einen Pfeil ins Knie bekommen.." Ja, er war ein Abenteurer gewesen, wenn auch nur für ein paar Stunden. Schemenhaft erkannte er Lux, wie sie sich über ihn beugte und hörte - wie in weiter Ferne - das Poro piepsen. Es schien aufgeregt über ihnen zu fliegen. Dustin spürte einen feinen warmen Staub auf sein Gesicht rieseln und hörte Lissandras wütenden Aufschrei. Er hatte es also geschafft, er hatte sie beschützt - ein Poro und eine junge Frau, die er kaum kannte. Eigentlich stimmte das auch nicht. Er kannte sie seit 5 Jahren. Machte sie das zu einer Freundin?, waren seine letzten Gedanken, bevor er die Augen schloss und in Dunkelheit versank. ___________________________________________________________________________ Und wieder geht ein Kapitel zu Ende. Ich hoffe, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal. Eure Märchenfee Wolverine [ Buch IV: Poros in Not - Band III](https://boards.euw.leagueoflegends.com/de/c/community-kunstwerke/ivsOGUyN-buch-iv-poros-in-not-band-iii)
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