Buch I: Pantheon - Band II

Liebe Beschwörer! Ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Seid ihr schon gespannt wie es weitergeht beziehungsweise endet? Ich würde euch wieder einen ruhigen Ort und die ein oder andere Knabberei für nebenbei empfehlen. Pantheon: “... jetzt wo ich darüber nachdenke, wollte ich immer schon ein Bäcker werden.” (Fortsetzung) “Panth, wachen Sie.. ähm wach’ auf.”, weckte ihn Traleb, während er ihm einen Hand auf die Schulter legte. Pantheon schreckte hoch. “Was … die Torten? Wie spät ist es?”, stammelte er vor sich hin. Traleb lachte. “Die Torten sind alle fertig. Schau’ doch.” Er deutete auf die 5 Torten, die ordentlich nebeneinander auf dem vordersten Tisch standen. Pantheon fuhr sich durch die Haare und warf dabei seine Kochmütze, die ihm bis vor einem Moment noch schief auf dem Kopf gesessen hatte, zu Boden. Immer noch etwas verwirrt, sah er sich um. "Ich bin doch nicht etwa eingeschlafen?" "Ich fürchte doch.", sagte Traleb gut gelaunt, "aber Dank dir sind alle Torten rechtzeitig fertig geworden und werden jeden Moment von meinen Angestellten zum Schloss gebracht." Pantheon rieb sich die Augen. "Das Schloss...", echote er gedankenverloren. Dann kehrte die Erinnerung zurück - Prinz Jarvans Geburtstag. "Wie spät ist es?", ohne eine Antwort abzuwarten, sprang er auf und rannte los. Er war ebenfalls zu dieser Party eingeladen und wollte auf keinen Fall zu spät kommen. Eine Stunde später erreichte Pantheon atemlos das Anwesen der Lichtschilddynastie. Er hatte geduscht, sich umgezogen und sogar seine Haare in eine halbwegs ordentliche Form gebracht. "Ihre Eintrittskarte, bitte", sagte die Wache am Eingang etwas gelangweilt. Scheinbar hatte sie heute schon dutzende Male diese Frage gestellt und war es einfach müde. Nervös begann Pantheon nach der Karte in den Taschen des Anzugs zu suchen, doch sie war nirgends zu finden. Einmal mehr ärgerte er sich darüber einen Anzug tragen zu müssen. Wieso sollte man auf einem Fest, das schon an Morgen begann, so unbequeme Kleidung tragen? Er schüttelte den Kopf. "Keine Karte, kein Einlass.", stellte die Wache klar. Warum musste ihm das gerade jetzt passieren? Verärgert lief er auf dem Platz vor dem Gebäude auf und ab, als ihm ein weiterer Neuankömmling auffiel, der gerade die Wache passieren wollte. "Ezreal, warte.", rief er und lief hastig auf den jungen Forscher zu. Dieser drehte sich um und sah ihn verwundert an. "Wieso bist du nicht drin?", fragte er zur Begrüßung. "Ich hab meine Karte vergessen und jetzt will mich die Wache nicht hineinlassen." Ezreal lachte. "Wer braucht schon eine Karte?", scherzte er. "Könntest du bitte irgendjemandem Bescheid sagen, damit ich doch noch zu der Feier darf?" "Na klar, ich schick' dir jemanden raus.", versprach der junge Forscher und verschwand im Eingang. Erneut tigerte Pantheon auf dem Platz auf und ab , als eine junge Frau hinter ihm in Gelächter ausbrach. "Hat der tapfere Krieger seine Karte verloren?", zog sie ihn auf. Er lächelte, als er ihre Stimme erkannte. "Leo, meine Sonne.", begrüßte er seine langjährige Freundin. Sie umarmten sich. "Du siehst fantastisch aus.", sagte er, nachdem er ihr strahlend gelbes Kleid betrachte hatte, das nach unten hin in den Farben eines Sonnenuntergangs auslief. Mit einem Lächeln nahm sie das Kompliment entgegen. In diesem Moment streckte Lux den Kopf aus dem Eingangsbereich. Mit einigen geschickten Worten erklärte sie der Wache die Situation und Leona, die ohnehin mit ihrer Karte hineingekommen wäre, und der kartenlose Pantheon folgten ihr ins Innere. Der Tag war ein voller Erfolg. Es wurde viel gelacht, gegessen und getrunken, es wurden Reden gehalten und Künstler traten zu Ehren des Prinzen auf. Vor geraumer Zeit war das Abendbuffet eröffnet worden und nun saßen die Gäste an den kleinen Tischen, die rings um die Tanzfläche aufgestellt worden waren, und unterhielten sich angeregt. Pantheon erzählte gerade eine äußerst amüsante Geschichte aus Leonas und seiner Jugend und brachte damit Sivir und Irelia, die sich schon am frühen Nachmittag zu den beiden Targoniern gesellt hatten, zum Lachen. Kurz bevor er das Ende der Begebenheit berichten konnte, ließ sich Xin Zhao an ihrem Tisch nieder und grinste Pantheon höhnisch an. "Gerade war dein Meister nochmal da um die Bleche abzuholen.", spottete der Demacianer zur Begrüßung. Pantheon sah ihn verwirrt an und fragte: "Was meinst du damit?" "Ich hab' dich heute morgen mit Schürze und Kochmütze aus der Bäckerei kommen sehen. Erst dachte ich, ich hätte mich verguckt. Jetzt gerade hab' ich den Bäckermeister getroffen und ihn darauf angesprochen. Er war ganz begeistert von dir.", antwortete Xin mit einem abfälligen Unterton. "Du solltest dich was schämen. Du willst ein Krieger sein und spielst die ganze Nacht mit Teig." Er schüttelte den Kopf. Leona, die die Unterhaltung interessiert verfolgte, hob eine Augenbraue. "Du arbeitest beim Bäcker?" Pantheon errötete leicht. "Nein, nicht direkt. Ich hab' nur letzte Nacht bei den Geburtstagstorten geholfen.", antwortete er kleinlaut. "Ein richtiger kleiner Geselle war er, wenn man seinem Meister glauben kann. Hat sogar den Teig geknetet.", Xins Stimme triefte nun vor Sarkasmus. Pantheons anfängliche Verlegenheit verwandelte sich in Wut. "Was ist dein Problem? Habe ich halt gebacken - na und?" Leona legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter und sagte: "Xin, es wäre besser, wenn du jetzt gehst." Doch dieser überhörte die Aufforderung gekonnt und redete weiter auf Pantheon ein: "Dein Meister sagte mir auch, dass du gerne wiederkommen könntest. Vielleicht solltest du gleich dein Kriegerdasein aufgeben und Vollzeitbäcker werden, da du scheinbar eh kein richtiger Kämpfer bist. Ist dir das ganze Blut zu viel geworden?" Xin Zhao stand auf und rief den anderen Gästen zu: "Hört mal alle her Leute. Unser kleiner Pantheon hat beschlossen, dass er ein zu großer Schwächling ist, um weiterhin zu Legenden zu gehören. Jetzt will er Bäcker werden." Die Umstehenden begannen zu kichern. Schnell erhob sich Pantheon ebenfalls. "Das ist nicht wahr. Nur weil ich in meiner Freizeit gerne backe...", eine Sekunde zu spät erkannte er die falschen Worte gewählt zu haben. Die Menge brach in schallendes Gelächter aus. "Erkennst du jetzt, wie lächerlich du bist?", fragte Xin und grinste Pantheon dabei ins Gesicht. Noch bevor Leona oder die anderen beiden Frauen ihn zurückhalten konnten, ging er auf Xin Zhao los. Er hatte das Überraschungsmoment auf seiner Seite und landete somit den ersten Treffen direkt auf Xins Nase. Gerade als er zum zweiten Schlag ausholen wollte, teilte sich die Menge und Prinz Jarvan trat auf die beiden Männer zu. "Was ist hier los?", fragte er gebieterisch und sah von einem zum anderen. "Er hat mir ins Gesicht geschlagen.", sagte Xin Zhao rasch. "Stimmt das?", fragte Jarvan nun an Pantheon gewandt. Dieser öffnete den Mund um etwas zu seiner Verteidigung vorzubringen, schloss ihn dann aber wieder und senkte den Kopf. "Er wurde provoziert.", sagte Leona schließlich um das Schweigen zu brechen. "Das ist mir egal. Ich dulde keine Schlägereien in königlichen Festräumen. Wachen bringt ihn hinaus.", ordnete Jarvan an. Während die Soldaten herbeieilten und Pantheon auf direktem Wege nach draußen eskortierten, entschuldigte sich Jarvan bei seinen Gästen und nahm anschließend Xin Zhao noch einmal bei Seite. Das Letzte, das Pantheon erkennen konnte, war Sivir, die ihm einen mitleidigen Blick schenkte und dann etwas zu Irelia sagte. Die nächste Woche wurde eine einzige Qual für Pantheon. Egal, wo er auftauchte, die Leute redeten hinter vorgehaltenen Händen oder zeigten direkt mit dem Finger auf ihn. Keiner der anderen Krieger wollte mehr mit ihm trainieren oder auch nur ein Wort mit ihm wechseln. Es schien als hätte sich die gesamte Welt gegen ihn verschworen. An diesem Abend saß er allein auf einen Seitenrang der demacianischen Arena, als sich Leona plötzlich neben ihn setzte. "Huch, Leo, was machst du denn hier?", fragte er sie verwundert. Sie lächelte ihn an. "Dir auch einen schönen Abend, alter Freund.", sagte sie und strich sich das rote Haar aus der Stirn. "Entschuldige, ich war nur etwas überrascht.", entschuldigte er sich schnell. "Ist schon gut. Tut mir leid, dass ich nicht eher zu dir gekommen bin. Ich habe mit Traleb gebrochen. Ein sehr netter Mann, muss ich sagen. Er hatte gehört, was passiert war und hat es deshalb nicht gewagt dich noch einmal anzusprechen." Pantheon hob den Kopf. "Wieso hast du mit ihm gesprochen?" "Ich wollte einfach nur die genaueren Umstände erfahren. Macht dir das Backen tatsächlich so viel Spaß?", fragte sie nun frei heraus. Er seufzte. "Was macht es für einen Unterschied, ob es mir Spaß macht? Man nimmt mich so oder so als Krieger nicht mehr ernst." Leona schüttelte den Kopf. "Genau deshalb ist es doch so wichtig, ob es dir Spaß macht. Wenn ja, solltest du es weiter verfolgen und wenn nicht, na ja, dann eben nicht. Aber lass' dir die Entscheidung doch nicht von anderen abnehmen. Es ist dein Leben.", sagte sie nun etwas strenger. "Ich möchte aber nicht das Gespött der Liga sein.", antwortete er ihr erschöpft. Ihr Blick wurde hart. "Du glaubst sie machen dich lächerlich? Du machst dich selbst lächerlich mit all deinen Selbstzweifeln. Falls du dir dein neues Hobby doch noch eingestehen willst, geh' zu Traleb. Er wartet nämlich auf dich." Sie erhob sich und ließ Pantheon wieder allein auf den Stufen sitzend zurück. Hatte sie vielleicht recht? Stand er sich selbst nur im Weg und war es möglich ein guter Krieger und gleichzeitig Bäcker zu sein? Nachdem er noch einige Zeit mit sich gerungen hatte, erhob er sich ebenfalls und begab sich zum "Gebackenen Yordle". "Traleb?", fragte er etwas lauter als gewöhnlich in den leeren Verkaufsraum hinein. Der Bäcker kam aus der Backstube geeilt und lächelte, als er Pantheon erkannte. "Da sind Sie... bist du ja wieder. Ich dachte schon, du würdest nicht noch einmal auftauchen." "Es tut mir sehr leid. Das Gerede in den letzten Tag hat mich etwas an mir zweifeln lassen, doch jetzt weiß ich, was ich möchte. Ich möchte lernen ein Bäcker zu sein." Tralebs Grinsen wurde breiter. "Heißt das, du möchtest unterrichtet werden? Von mir?" "Ja, das heißt es und ab heute werde ich dazu stehen." "Das möchte ich hoffen, junger Mann. Heute Abend ist nicht mehr viel los, aber ab morgen früh beginnen wir mit der Ausbildung. Pünktlich 4 Uhr. Hast du verstanden?" "Danke, Meister." Pantheon verbeugte sich leicht und Traleb lachte. In den nächsten Monaten lernte Pantheon täglich Neues über die Kunst des Backens. Traleb brachte ihm zunächst die Grundlagen bei: die verschiedenen Arten von Broten und Brötchen, die grundlegenden Teigböden von Kuchen, den generellen Unterschied zwischen Kuchen und Torte, die Aufgabe und Nutzung der einzelnen Küchengeräte, die Umgang mit Schokoladen und Nüssen, die Eigenarten mancher Früchte, das feine Gespür, welche Zutaten zueinander passten, das einige Bäcker ihr Leben lang nicht vollständig meisterten, die verschiedenen Nationalgebäcke der einzelnen Nationen und schließlich das Kreieren neuer Rezepte. Jeden Morgen kam Pantheon nun in die Bäckerei und lernte alles, was Traleb ihm beibringen konnte. Um die Mittagszeit ging er dann zum Training, welches er zu Beginn meistens allein oder mit Leona absolvierte. Im Laufe der Zeit begannen auch die anderen Krieger wieder mit ihm zu trainieren und die ganze Angelegenheit zu Prinz Jarvans Geburtstag schien bereits vergessen. Auf den heutigen Tag war es fast genau zwei Jahre her, dass er begonnen hatte bei Traleb in die Lehre zugehen. In dieser Zeit hatte er eine Menge über Teig und auch über sich selbst gelernt. Besonders gut gelaunt betrat Pantheon an diesem Morgen die Backstube. Gerade wollte er seinen Meister begrüßen, als er bemerkte, dass die Bäckerei heute scheinbar geschlossen war. Etwas verwirrt sah er sich um und entdeckte schließlich einen Brief, der auf der Verkaufstheke lag. Er riss ihn auf und begann zu lesen. _Hallo Panth, mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, dass ich angefangen habe, dich zu unterrichten. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber es gibt mittlerweile nichts mehr, was ich dir beibringen könnte. Es ist also für uns beide an der Zeit getrennte Wege zu gehen - oder zumindest die Meister-Schüler-Beziehung zu beenden. Allerdings sollten wir den Abschluss dieser gemeinsamen Zeit feiern. Aus diesem Anlass bleibt diese Bäckerei heute geschlossen und du solltest so schnell wie möglich zum Gerechtigkeitsplatz kommen. Traleb PS: Und beeile dich bitte._ Pantheon starrte auf das Blatt. Was hatte das nun zu bedeuten? Nach einem kurzen Moment beschloss er es einfach herauszufinden. Mit großen Schritten eilte er durch die Gassen Demacias und kam etwas erschöpft am Gerechtigkeitsplatz an. Dort hatte sich trotz der frühen Stunde eine erstaunliche Menge Menschen versammelt. "Da ist er.", rief plötzlich jemand, der Pantheon offenbar als Erster entdeckte hatte. Daraufhin wandte sich alle Köpfe in seine Richtung und das leise Getuschel erstarb. Pantheon sah sich in der Menge um. Sowohl Legenden als auch normale Bürger der Stadt waren anwesend. Es wurde immer sonderbarer. Plötzlich teilte sich die Menge und Traleb und Leona kamen direkt auf ihn zu. "Meister, meine Sonne. Was ist denn hier los?", fragte er. "Heute bekommst du deine Abschlusszeugnis.", antwortete sein Meister und lachte. Pantheon verstand nicht. "Komm einfach mit." Leona griff nach seiner Hand und führte ihn durch die Menge auf das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes zu. Als sie näher kamen, erkannte Pantheon einen kleinen Laden, dessen Eingangstür mit einem roten Band versperrt wurde. Ihn beschlich eine leise Ahnung und Freude breitete sich in seiner Brust aus. "Leo, ist das eine Bäckerei?", fragte er aufgeregt. Sie lächelte und blieb stehen. "Ja Panth, das wird dein neuer Laden, wenn du ihn möchtest." "Natürlich möchte ich ihn." Er umarmte sie und die Menge begann zu klatschen. "Das hast du dir verdient.", stimmte Traleb zu und reichte seinen ehemaligen Schüler eine Schere. "Aber bevor du das Band zerschneidest, wie soll sie denn heißen?" Pantheon ergriff die Schere und drehte sich zu der Menge um. "Himmelssturzbäckerei." __________________________________________________________________________ Fazit: Lass’ dir nicht von anderen einreden, wie du zu sein hast. Folge deinem eigenen Weg. Genauso wie Panheon kannst auch du schaffen, was auch immer du gern erreichen möchtest. Dabei ist es nicht so wichtig, was andere von dir denken, sondern nur dass du am Ende damit zufrieden bist. Und sollte mal ein Traum nicht (beim ersten Versuch) in Erfüllung gehen, dann gib’ nicht gleich auf.
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