Buch XII: Mord auf "Sonnenstrahl" - Band VII

Hallo Meisterdetektive, ich möchte euch herzlich einladen, bei unserer heutigen Geschichts – und Märchenstunde anwesend zu sein. Hier möchten wir euch mit auf Reisen in die Welt von Runeterra nehmen. Nachdem sich Steven dazu entschieden hat, niemanden zu benachrichtigen, ist so einiges passiert. Los geht’s! ____________________________________ Steven musste sich nun endlich entscheiden, ob er einen der Verdächtigen ins Vertrauen ziehen sollte. Ihm war klar, allein würde er keine Minute länger wach bleiben können, wenn er niemanden fand, mit dem er sich austauschen konnte. Seine Augen tränten vor Müdigkeit und seine Aufmerksamkeit war sichtlich eingeschränkt. Unbeholfen versuchte er aufzustehen und in Richtung Badezimmer zu laufen. Seine Knie zitterten und nur beiläufig nahm er den Schreibtisch, auf dem mehrere Blattpapier und Schreibutensilien lagen, und die benachbarte Kommode war. Darauf befand sich nichts weiter, als eine Vase mit Blumen und eine Haarbürste. Unter Anstrengung erreichte Steven das Badezimmer und tauchte sein Gesicht im Waschbecken in kaltes Wasser, um seine Lebensgeister wieder zu erwecken. Nach einigen Sekunden kehrte sein Verstand wenigstens zum Teil zurück in seinen Schädel und er ließ sich auf dem Rand der Badewanne nieder. Was war nur in der kurzen Zeit, die er mit Shen verbracht hatte, hier geschehen? War Master Yi umgebracht worden oder vielleicht ein Selbstmord? Eventuell lag draußen irgendwo ein Abschiedsbrief. Er sollte danach suchen. Ungeschickt wollte er sich erheben und sank dabei auf den Boden des Badezimmers nieder. Gleich würde er danach suchen, ganz bestimmt. Nur für eine Minute wollte er die Augen schließen. Am nächsten Morgen weckte Steven ein Schrei aus dem Nachbarzimmer. Er schreckte hoch und für einen Moment, war er nicht sicher, wo er sich befand. Dann fluteten die Ereignisse des letzten Tages wieder in sein Hirn und er sprang auf die Füße. In Master Yis Zimmer stand ein vollkommen aufgelöstes Dienstmädchen, das wohl Bescheid geben wollte, dass das Frühstück bereit stand. Als sie Steven aus dem Badezimmer kommen sah, wich sie angsterfüllt zurück und sah dann zu dem Toten hinüber, als würde er ihr jede Sekunde mitteilen, dass Steven sein Mörder war. Der Lärm rief allerdings kurzerhand auch die anderen Gäste auf den Plan. Akali war die Erste, die eintrat und fragte: "Was ist denn hier los?" Dann erkannte sie Master Yi starr im Bett liegend und ohne eine Antwort abzuwarten, eilte sie zu ihm herum. Steven, nun wieder im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten, trat ihr in den Weg und sagte leise: "Es tut mir leid, Teuerste. Er ist tot, befürchte ich." In diesem Augenblick betraten auch Shen und Irelia den Raum. "Wer ist tot?", fragte Irelia nervös und erfasste im gleichen Moment die Lage. Steven straffte die Schulter und erklärte sachlich: "Gestern Abend, nachdem ich bei Shen gewesen war, habe ich versucht noch mit Master Yi zu sprechen. Aber als ich in sein Zimmer trat, hing er bereits von Kronleuchter herunter." Das Dienstmädchen, das nun offenbar ihre Stimme wiedergefunden hatte, unterbrach ihn aufgeregt: "Monsieur Yi war ein guter Mensch.Und Sie waren bereits im Raum, als ich hereinkam. Sie haben ihn umgebracht, nicht wahr? Nicht genug, wie Lady Karma ihn behandelte...." Sie verstummte mitten im Satz, als ihr klar wurde, was sie gerade gesagt hatte. Hastig bat sie um Verzeihung und verabschiedete sich. Sie sei im Speisesaal, falls man sie brauchte. Shen musterte Steven eindringlich. "Sie waren die ganze Nacht hier, oder verstehe ich das falsch?" Steven räusperte sich: "Ja, ich muss gestehen, dass ich nachdem ich versucht hatte, ihn wiederzubeleben, wohl auf dem Badezimmerboden eingeschlafen bin. Und es tut mir leid, dass ich niemandem Bescheid gegeben habe. Die Erschöpfung hat mich wohl überrollt. Ich..." "Entschuldigt mal", warf Akali ein, die währenddessen durchs Zimmer geschritten war, "hier liegt ein Brief auf dem Tisch." Alle wandten sich zu ihr um. "Wären Sie so freundlich ihn vorzulesen?", fragte Steven rasch. Akali nahm an dem Stuhl vor dem Schreibtisch platz und beugte sich über das Papier. Schließlich begann sie zu lesen. Liebe Freunde, es tut mir leid, euch sagen zu müssen, dass ich nun Abschied von euch nehme, da ich nicht länger in einer Welt ohne meine geliebte Karma verweilen möchte. Sie liegt da kalt und starr im Zimmer nebenan und ich wage es nicht hinüberzugehen und Abschied zu nehmen, weil ich es war, der ihr dies antat. Ich bereue es zutiefst und sehe nur den eigenen Tod als geeignete Strafe an. Aber lasst mich euch die ganze Geschichte erzählen bevor ich dahinscheide. Karma und ich waren seit Jahren ein glückliches Paar - aber stets im Geheimen, da sie viele Verehrer hatte und auf deren Gunst nicht verzichten wollte. Ich bat sie oft, es doch endlich öffentlich zu machen, doch vergeblich. Nun zerstritten wir uns vor vielen Wochen, weil sie auf mysteriöse Missionen ging und oft tagelang nicht zurückkehrte. Sie weigerte sich mir zu sagen, wohin sie ging und was sie tat. Ich war geduldig und schließlich sagte, sie mir, dass sie unsere Beziehung nun endlich bekannt geben wollte, weil ihre letzte Aufgabe nun vollendet war - sie hatte Zed, der schon seit langem eine Gefahr für das Gleichgewicht in Ionia darstellte - umgebracht. Akali hielt bei diesen Worten inne und starrte ungläubig auf das Schriftstück, dass vor ihr lag. "Sie hat ihn umgebracht.", murmelte sie leise vor sich hin. Schließlich fing sie sich wieder und las weiter: Doch heute kurz vor dem Essen, steckte sie mir einen Zettel zu, ich sollte sie später treffen und dann eröffnete sie mir, sie habe es sich anders überlegt und ich sei nicht der richtige Lebenspartner. Aus Wut und Trauer zog ich mein Schwert und erstach sie mit meiner Klinge. Steven horchte auf. Seiner Klinge? Das Schwert, das Master Yi bei sich trug oder jenes das in Irelias Gepäck lag? Ich hoffe, ich kann durch dieses Geständnis Frieden finden. Lebt wohl, meine Freunde. Akali hatte aufgehört zu lesen und erhob sich zittrig. "Das ist grauenvoll. Ich möchte einen Moment für mich haben.", gestand sie und niemand hielt sie auf, als sie das Zimmer verließ. Shen war indessen zum Tisch getreten und besah sich den Brief auf einiger Entfernung. "Monsieur Steven, wäre es vermessen euch um eine Schriftprobe zu bitten, um auszuschließen, dass ihr diesen Brief geschrieben habt.", fragte er etwas beschämt. Steven sah ihn zunächst verstört an, begriff dann aber, dass dies wohl notwendig war, da er die ganze Nacht hier verbracht hatte. Als er sich an den Schreibtisch setzte, wanderte sein Blick ebenfalls über das Geschriebene und ihm fielen sofort zwei Dinge ins Auge. Zum einen war die Schrift sehr unsauber und er glaubte nicht, dass eine Handschriftenanalyse hier weiterhelfen würde, zum anderen bemerkte er, dass frische Wassertropfen auf dem Papier glänzten. Während er ein paar Worte für Shen auf ein leeres Blatt Papier schrieb, überlegte er, ob es möglich war, dass Akali gerade eben beim Vorlesen geweint hatte. "Das erscheint mir ausreichend.", erklärte Shen schließlich, nachdem er alles sorgfältig verglichen hatte. Steven hörte ihn kaum, denn seine Gedanken kreisten bereits um den nächsten Schritt. Der Kriminalpriester würde bald eintreffen, bis dahin wollte er erklären können, wer es gewesen war. Doch wie sollte er die letzten Teile zusammenfügen? Er konnte Irelia wegen des Schwertes befragen und somit die Unklarheiten aus dem Brief beseitigen. Oder sollte er doch lieber mit Akali reden und herausfinden, warum sie so emotional auf den Abschiedsbrief reagierte? Natürlich gab es da auch noch eine dritte Möglichkeit - nämlich mit dem Dienstmädchen zu sprechen, das offenbar über Karmas Verhalten empört gewesen war. _____________________________________ Ich möchte euch darauf hinweisen, dass sich die Geschichte bald dem Ende entgegen neigt. Also schon mal Gedanken machen, wer es gewesen sein könnte. Dauert nicht mehr lange. Außerdem wird es zu Ende gehen, bevor ihr mit allen sprechen konnte. Also wählt weise:) Eure Märchentante Wolverine
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