INoKami (EUW)
: > Das meiste würde sich wohl sowieso in der Lore widerspiegeln. Und das wird wahrscheinlich das Problem sein, denn sind wir mal ehrlich: 99% aller LoL-Spieler juckt die Lore gar nicht und die restlichen 1% schlagen sich deswegen die Köpfe ein (siehe Neeko) oder juckt es auch nicht und dann hat sich das. > Sich für eine Menschengruppe einzusetzen und diese sichtbar zu machen. Ich finde solche Argumente immer fraglich, denn ich bin ein Befürworter von "Gleiches Recht für alle" und dann müssten auch alle anderen abertausende "Minderheiten" einen eigenen Champ bekommen, damit sich am Ende niemand beleidigt/ausgelassen o.Ä. fühlt... ich weiß nicht, ob das dann immer noch Sinn und Zweck dieser Aktion ist.
Als Betroffener sieht das sicherlich anders aus. Würde ich einer "Minderheit" angehören und Riot würde eben meine "Minderheit" als Champion positiv darstellen wäre das ein großer Schritt für mich. Viele verschließen immer noch die Augen und vielleicht würde es einige zum Nachdenken anregen :) Und selbst wenn nicht, ich würde mich gehört fühlen und hätte ein positiveres Gefühl. Es kommt selbstverständlich darauf an, wie groß diese "Minderheit" ist. Aber da das dritte Geschlecht sogar eine Änderung bzw. Erweiterung des Gesetzes veranlasst hat wäre es diesbezüglich meiner Meinung nach zumindest einen Gedanken an einen diversen Champion wert.
: Grundsätzlich ist der Mensch dazu veranlagt Dinge zu kategorisieren. Die wohl ältesten und noch gegenwärtige Konstrukte sind z.B. jede Art und Formen von Religionen. Alles was sich unserem Verstand und unserer "Norm" entzieht stehen wir skeptisch und ablehnend entgegen und versuchen diese Dinge in irgendein ein Muster zu pressen. Dafür können wir allerdings auch nicht viel. Wir werden so erzogen und auch durch Medien aller Art geprägt. Das ist gut! Das ist schlecht! Ein dazwischen gibt es oft nicht. Sich als Persönlichkeit herauszustellen und zu sagen, entgegen jeder Norm, das ist okay, wird oft verpöhnt. Daher entsteht eine Gesellschaft voller Vorurteile und einer permanten gelebten Doppelmoral. Öffentlich würden wir vieles nicht zugeben, was wir eigentlich in Ordnung finden, was einfach nicht der öffentlichen Meinung entspricht. Das zweite Problem ist, dass sich der Großteil der Menschen leider oft nicht informieren und Meinungen anderen, sowie oft die öffentlich Meinung, unreflektiert übernehmen. Daher werden leider oft wichtige Themen schlecht geredet. Das ist schade und da stimme ich Dir vollkommen zu.
Danke. Gerade weil LoL auch eine jüngere Zielgruppe anspricht könnte ein Champion, der nicht der "Norm" entspricht positive Auswirkungen haben. Natürlich wird es viel Kontra geben, wie man hier auch sieht. Aber vielleicht regt es den ein oder anderen auch zum Nachdenken an :)
: Also ich bin ja immer dafür, dass man einfach kohärente, lebhafte und eigenständige Charaktere schreibt. Unabhängig davon, ob dieser Charakter jetzt in ein Profil passt oder nicht. Wenn dieser Charakter dann weder männlich noch weiblich ist, dann ist es halt so. Solange das dem grundlegenden Konzept des Champions entspricht. Aber irgendwie macht sich bei mir immer das Gefühl breit, dass gewisse Charaktere geschrieben werden, weil man eine Quote erfüllen muss. Also man denke nur an Fin und Rose (heißen die beiden so) aus der neuen Star Wars Triologie: Da habe ich halt das Gefühl: Die müssen jetzt so handeln, weil wir eine "multiethnical romance" brauchen. Und wir bisher noch keinen Schwarzen und keine Asiatin bei Star Wars hatten... also in tragenden Rollen... Ich nehme hier gerne mal Neeko als eigentlich positives, aber auch negatives Beispiel: Neeko ist eigentlich als Charakter geschrieben worden, der halt nebenbei lesbisch ist. Das ist ein Teil von ihr. Aber es fühlte sich ursprünglich ganz normal und ungezwungen an... zumindest bis Riot dann doch einen Promotext veröffentlicht hat, in dem das an die große Glocke gehangen worden ist. Wodurch es dann doch nicht nur zur Persönlichkeit des Charakters gehörte, sondern zu einem "Guckt mal, wir sind so aufgeschlossen, wir haben einen lesbischen Champion desingt." Wenn die einfach nichts gesagt und die Interaktion mit andern Champions so gelassen hätten... und dann irgendwann auf die "Ist Neeko lesbisch" Frage mit einem "merkt man das nicht?" geantwortet hätten, hätte ich das als gelungen empfunden. Jetzt ist ja die große Frage: Wie schreibe ich in einem Fantasy Spiel mit eher oberflächlichen Charakteren ein Konzept, dass auf das Dritte Geschlecht hinausläuft aber nicht gezwungen, sondern natürlich wirkt... das dürfte eine Aufgabe sein, an der Riot scheitert. Weil das auch eine Aufgabe ist, an der wesentlich größere "Künstler" scheitern.
Es stellt sicherlich eine große Herausforderung dar, einen diversen Champion so einzusetzen, das er wenig gekünstelt wirkt. Aber solchen Herausforderungen sollte man sich stellen, wie ich finde. Neeko ist ein gutes Beispiel, auf mehreren Ebenen. Wäre Neeko als männlicher Charakter implementiert worden und homosexuell, dann wäre das Feedback von vielen Seiten sicherlich sehr negativ ausgefallen. Etwas ähnliches würde wohl, wenn ich mir die Reaktionen auf diesen Thread ansehe, bei einem diversen Champion passieren. Aber es könnte auch dabei helfen zu zeigen, das eben auch divers normal ist, nicht nur Mann und Frau. Videospiele sind für mich auch eine Form von Kunst und Kunst kann gerne provozierend, fordernd und kritisch sein. Zumindest für die Menschen, die sich von diesen Aussagen dann negativ angesprochen fühlen ;) Es sollte Riot nicht darum gehen, sich selbst als aufgeschlossen darzustellen, sondern um auf Problematiken aufmerksam zu machen und diese Thematik so darzustellen, dass sie für die Spielerschaft greifbarer wird.
INoKami (EUW)
: > Vorsicht, divers bezeichnet keine sexuelle Ausrichtung! Hab ich auch eigentlich gar nicht gemeint, ich bin nur manchmal unheimlich schlecht darin, auszudrücken, was ich eigentlich sagen will und dann kommt halt auch mal so was dabei raus^^ > Wenn sich Menschen dadurch besser mit einem Champion identifizieren können bestimmt :) Gut möglich, aber mal ganz ehrlich (vor allem, weil ich die Zahlen nicht kenne): wie viele diverse Menschen gibt es denn überhaupt? Dann: wie viele von ihnen spielen LoL? Und etwas hart gefragt: wie viele wollen sich überhaupt mit einem Champion identifizieren? Klar, es wäre nice, aber ich finde fast, das wäre den Aufwand nicht wert. Nicht beleidigend gemeint oder so^^
Schätzungsweise 80.000 bis 120.000 Menschen in Deutschland. Weltweit dürfte die Zahl natürlich höher sein. Aber es geht mir vor allem darum, ein Statement zu setzen. Sich für eine Menschengruppe einzusetzen und diese sichtbar zu machen. > Klar, es wäre nice, aber ich finde fast, das wäre den Aufwand nicht wert. Ist es denn ein großer Mehraufwand, einen Champion als divers zu konzipieren? Das meiste würde sich wohl sowieso in der Lore wiederspiegeln.
INoKami (EUW)
: Aber dann wiederum kann man ja fragen: macht dann ein diverser Champion "mehr" Spaß als ein normaler/hetero/homo/was auch immer-sexueller Champ? Ich wage anzuzweifeln. Die sexuelle Ausrichtung eines Champions ist höchstens ein nettes Gimmick für Lore-Liebhaber, mehr nicht. Ich meine, schau dir mal Neeko an. Gab vielleicht die ersten zwei Tage nach der Bekanntgabe ihrer Homosexualität einen kleinen Aufschrei... und das war´s. Sie ist jetzt nicht beliebter oder unbeliebter als alle anderen Champs. (Rein vom Charakter. Gameplay-technisch ist das eine andere Geschichte, die hier nicht hin gehört...) a.k.a. mir ist das relativ egal, zu welchem Geschlecht sich jetzt ein (fiktiver) Charakter hingezogen fühlt/als was er sich identifiziert. Meine two cents zu dieser Thematik^^
Vorsicht, divers bezeichnet keine sexuelle Ausrichtung! Ein diverser Mensch fühlt sich weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig, bzw. keinem der beiden Geschlechter ganz zugehörig. Mit sexueller Ausrichtung hat es nichts zutun. > macht dann ein diverser Champion "mehr" Spaß als ein normaler/hetero/homo/was auch immer-sexueller Champ? Wenn sich Menschen dadurch besser mit einem Champion identifizieren können bestimmt :)
Veezey (EUW)
: Bin dagegen. Niemand braucht diesen Gender Bullshit.
Für dich macht das Spiel sicherlich nicht weniger Spaß, wenn auf einmal ein diverser Champion implementiert wird. Aber es gibt Menschen, die sich über dieses Statement freuen würden :)
: Das dieses Thema immernoch auf soviel Unverständnis stößt ist mir ein Rätsel. Vorallem Antworten wie "PlS INS3RT N4M3"'s sind einfach nur total unreflektiert und zeigen, dass Menschen das Problem des Diskurses nicht verstanden haben. Also vorab, ich kann verstehen, dass es für Menschen befremdlich ist und dass man den Vorschlag ablehnt, da die Priorität eines Videospiels nicht das Geschlecht des Charakters sondern der Charakter selbst ist. Doch lehne ich das Denunzieren des Themas oder diese dummen Sprüche wie "Ich will ja auch ein *Insert dummen Vergleich* sein" ab. Zum Verstehen: Es gibt Menschen auf dieser Welt, die haben kein Geschlecht oder eben Anteile von mehreren Geschlechtern. Auch sind Männer und Frauen nicht automatisch zu 100% Mann und Frau. Allein im Gehirn des Menschen passieren vor der Geburt millionen von Sachen, sodass ein Mann in bestimmten Bereichen ein ausgeprägtes, feminines Gehirn hat und Frauen ein ausgeprägtes, maskulines Gehirn. Auch gibt es Frauen, die biologisch gesehen, mehr Mann sind, als so manch ein Mann. Wir unterscheiden nunmal in unserem Alltag Menschen immer nur dannach, welches Chromosom am Ende steht. Auch hier gibt es aber soviele Möglichkeiten, was da am Ende stehen kann, weit mehr als nur XY. Warum müssen sich diese Menschen denn nun in das Schema "Mann/Frau" einordnen, nur damit die Welt für "euch" leichter zu verstehen ist? Ich will nicht zuweit gehen, in dieser Diskussion, aber ruft euch mal bitte in Erinnerung, dass jede Art des Geschlechtes nur ein Konstrukt ist, Menschen zu kategoriesieren. Das merkt man vorallem daran, dass bei uns Gegenstände und Attribute Geschlechter haben. Ein Kleid = Weiblich. Ein Anzug = Männlich. Blau = Männlich, Rosa = weiblich. Opportunisitsch, Gewaltbereit, Aggressiv = Männlich. Sensibel, Liebe, Weinen = weiblich. Das wird vorallem interessant, wenn man sich über Themen wie "Häusliche Gewalt" und "Triebstraftaten" unterhält... Denn die "Täter" (Bemerkung: Es wird zu 99% immer von DEM TÄTER, also ein maskulinum, gesprochen) ist zumeist ein Mann... Frauen und dominantes Verhalten oder sogar Sexualstraftaten passen nicht in unser Weltbild... Was ich damit sagen will: Das Thema ist nicht einfach mit "Haha, was diese LGBT Menschen für Probleme haben" abgespeist, sondern betrifft uns alle. Dieser "Genderwahn" wie manche ihn nennen, ist unglaublich wichtig für die Emanzipation der Frau UND des Mannes. Macht das Thema also nicht so schlecht.
Vielen Dank für deine konstruktive, ernste Antwort. Genau wie du kann ich die Teile der Community auf der einen Seite verstehen, die mit mehr als zwei Geschlechtern nichts anfangen können. Auch, dass LoL ja "nur" ein Spiel ist, bei dem es darum geht Spaß zu haben. Aber es ist eben auch ein Medium um gerade jüngere Menschen auf kritische Themen aufmerksam zu machen. Ein guter Champion, der weder Mann noch Frau ist würde vielleicht den ein oder anderen dazu bewegen, sich einmal ernsthaft mit dem Thema länger als 1 Minute auseinander zu setzen. Und es wäre eben auch ein Zeichen der Gleichberechtigung, der Zustimmung das es zwischen Schwarz und Weiß eben auch noch mehr gibt. Natürlich ist es für das Gameplay wenig relevant, mir geht es einfach darum ein Statement zu setzen.
: Sorry, aber in einem Videospiel ist es mir komplett egal wie divers ein Champion/NPC/Spielercharakter ist. Solange es ein gutes Spiel ist, ist es komplett irrelevant. Wenn Riot es für nötigt hält > Ein ganz normaler, diverser Mensch. als Champion rauszubringen sollen sie es machen. Solange es ein Champ wird, den ich gerne in der Kluft sehe ist es mir egal. Also mit gerne in der Kluft meine ich: die balance muss stimmen, es muss counterplay geben, sollte spaßig zu spielen sein wenn es ein Support ist. Einzigartige Skills wären vielleicht noch ganz nett. Ganz ehrlich, mir ist die Geschichte der Champions egal.
Danke für deine Antwort :) Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen, es gibt viele Spieler, denen der Hintergrund eines Charakter egal ist. Aber es gibt eben auch Menschen, die so etwas interessant finden und sich mit ihrem Charakter identifizieren wollen. Gerade für diese Menschen wäre ein diverser Champion interessant. Und um eben auch zu zeigen, dass es eben nicht nur Mann und Frau gibt und dass das völlig ok ist :)
Kommentare von Riot’lern

l luv Unicorns

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